Wien/Apa. Das geplante neue Lehrerdienstrecht sieht eine Verschärfung vor: Anders als bisher sollen Pädagogen zu 15 Stunden Fortbildung verpflichtet werden, die ausschließlich außerhalb der Unterrichtszeit stattfinden müssen. Die von politischer Seite geforderte vermehrte Fortbildung im Sommer stößt auf Widerstand der Lehrergewerkschaft. Die vorhandenen Ressourcen würden es unmöglich machen, Fortbildung nur in den Ferien anzubieten.
AHS-Lehrergewerkschafter Eckehard Quin rechnet vor, dass in diesem Fall für die rund 120.000 Lehrer in den Sommerferien 575 Fortbildungsveranstaltungen pro Woche angeboten werden müssten. Werden diese in Seminarform angeboten, würden 575.000 Nächtigungen anfallen, und zwar in der Hochsaison. Das wird wohl nur schwer zu bewältigen sein. Die Diskussion darüber nennt Quin eine jährlich wiederkehrende „Neiddebatte“ über die Ferienzeit. Derzeit fallen laut Unterrichtsministerium nur fünf Prozent der von Lehrern absolvierten Fortbildungen in die Sommerferien. An den berufsbildenden mittleren und höheren Schulen finden laut Gewerkschafter Jürgen Rainer schon jetzt zwei Drittel der Fortbildung in der unterrichtsfreien Zeit statt. Allerdings, so Rainer, gebe es „im Bereich der BHS überhaupt keine gescheiten Angebote“.