Wien/Red. Der Erhöhung der Zahl der Studienplätze an den österreichischen Fachhochschulen geht in die nächste Runde: Wissenschaftsminister Karlheinz Töchterle (ÖVP) hat die Ausschreibung für 500 zusätzliche Plätze ab Herbst 2013 gestartet. Es ist dies die bereits zweite Etappe des FH-Ausbaus. Für das Wintersemester 2012 wurde bereits die Finanzierung von 521 zusätzlichen Plätzen fixiert (s. Infokasten).
Noch bis Ende August können sich alle Erhalter von Fachhochschulstudien für die neuen Plätze für das Wintersemester 2013 bewerben. Schwerpunkte der aktuellen Ausschreibung sind der Ausbau technischer und ingenieurwissenschaftlicher Studien sowie die Förderung von berufsbegleitenden Studien. Ebenfalls gefördert werden Maßnahmen zu einer „nachhaltigen Entwicklung von Studiengängen und Standorten“. Gemeint sind Ideen und Maßnahmen der Fachhochschulen zur weiteren Attraktivierung des Standorts, etwa durch fremdsprachige Studienangebote.
Das Prozedere: Die FH müssen Anträge mit ihren Konzepten stellen; die Zuweisung erfolgt unter der Bedingung der Akkreditierung durch die Agentur für Qualitätssicherung und Akkreditierung Austria. Die neuen Studienplätze können sowohl für neue Studiengänge als auch für die Erweiterung bestehender Studiengänge vorgesehen werden. Zwei Drittel der Plätze sind für Bachelorstudien reserviert. Ein Drittel ist für Masterstudien.
Insgesamt finanziert das Wissenschaftsministerium die Plätze mit bis zu vier Millionen Euro. Die genaue Summe steht aufgrund der unterschiedlich hohen Fördersätze für die unterschiedlichen Studienrichtungen (technisch, wirtschaftlich, touristisch, technisch-wirtschaftlich) noch nicht fest. Diese liegen zwischen 6500 und 7900 Euro pro Studienplatz.
Insgesamt 40 Millionen Euro
Die Fachhochschulkonferenz zeigt sich über die Aufstockung erfreut. Derzeit kämen auf einen Studienplatz an einer FH drei Bewerber, sagt FHK-Chef Helmut Holzinger. Ein nachhaltiger Ausbau des Fachhochschulsektors sei ein wichtiges Ziel für die Weiterentwicklung Österreichs. Das Geld stammt aus der „Hochschulmilliarde“ (750 Millionen Euro plus 240 Millionen Euro Offensivmittel für die Jahre 2013 bis 2015). Die FH fühlten sich bei der Mittelvergabe nicht immer gerecht behandelt. Denn gemessen am Gesamtvolumen ist der Anteil des Geldes, der Fachhochschulen zugute kommen wird, eher gering. Das Ministerium investiert bis zum Jahr 2015 insgesamt 40 Millionen Euro in die Schaffung von rund 4000 neuen Studienplätzen an den Fachhochschulen.
Derzeit gibt es an den 21 Fachhochschulen rund 40.000 Studierende, knapp die Hälfte sind Frauen. Insgesamt gibt es 372 Studiengänge, die zur Hälfte in Vollzeit und zur anderen Hälfte berufsbegleitend oder in Kombination angeboten werden. Im Studienjahr 2010/2011 verzeichneten die Fachhochschulen 12.000 Absolventen.