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„Können nicht immer den Mund halten“

27.10.2009 | 18:49 |  (Die Presse)

Die zahlreichen Wünsche der Uni-Besetzer: keine Gebühren, mehr Budget.

Wien (chs). „Es reicht ein einziger Anruf auf unserem Pressehandy.“ Dann werde man mit Minister Johannes Hahn gerne in Verhandlungen treten. Katja, eine der Besetzerinnen an der Uni Wien, gibt sich im Interview mit der „Presse“ gesprächsbereit. Der Minister hatte zuletzt geklagt, keine Ansprechpartner zu finden.

„Stimmt nicht“, sagt das Mädchen, das vom Plenum als „Presseverantwortliche“ bestimmt wurde, seinen Nachnamen – wie viele andere, die sich um die Organisation kümmern – aber nicht nennen darf. Nicht die Studenten seien die Blockierer, sondern Hahn, davon ist Katja überzeugt: „Es hat von seiner Seite noch keinen Versuch gegeben, uns zu kontaktieren.“

Zu sagen hätten die Studenten, die seit Donnerstag im besetzten Hörsaal ausharren, dem Minister so einiges. Sie haben eine breite Palette an Forderungen – und diese nun sogar an der Hausmauer der Uni Wien angeschlagen. Was die Politik tun müsste, damit die Studenten abziehen? „Das ist nicht ganz klar. Wir sind eine Bewegung, die sich und ihre Forderungen immer weiterentwickelt.“

 

Kampf gegen EU-Vorgaben

Klar ist aber eines: „Es darf keine Studiengebühren geben“, sagt Katja. Dass die Gebühren seit dem Sommersemester ohnehin de facto abgeschafft sind, stört ihre Argumentation da nicht: „Dann soll Hahn aufhören, über eine Wiedereinführung zu reden.“ Zudem solle Hahn „freien Zugang zu allen Studien schaffen“. Es dürfe „keine Zugangsbeschränkungen, Quoten und Aufnahmeprüfungen geben“, sagt die Besetzerin.

Auch das Ende des Bologna-Prozesses, also der Umstellung auf das Bachelor-Master-System, fordern die Studenten. Dass der Minister darauf wenig Einfluss hat, weil es sich um EU-Vorgaben handelt, lässt Katja nicht gelten: „Wir können nicht immer den Mund halten, nur weil es heißt, dass sich etwas nicht mehr ändern lässt.“

Auch ums Geld geht es den Studenten: „Es muss mehr Budget für die Unis geben“, sagt Katja. Wie viel mehr, wisse sie nicht. Nur so viel: „Es darf nicht länger heißen, es gebe nicht mehr Sitzplätze, weil wir kein Geld haben.“


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