An den großen österreichischen Universitäten sind nach wie vor an die zehn Hörsäle besetzt - trotz Zusage von Minister Hahn, zusätzlich 34 Millionen Euro aus der Notfallsreserve zur Verfügung zu stellen. Die Protestbewegung wünscht sich eine Bildungsmilliarde und gibt sich mit dem Erreichten nicht zufrieden.
Im Wiener Audimax fand am Sonntag eine "Strukturdebatte" statt. Nach Eigendefinition ging es darum, "konkrete Vorschläge zu sammeln, wie wir unsere Selbst-Organisation strukturieren können". Sonja Grusch, Spitzenkandidaten der Linken bei den Nationalratswahlen 2008, war im Plenum zu Gast. Anschließend wurde die Dokumentation "Here to Stay", über Rassismus in Österreich, vorgeführt.
Die Uni Graz kündigte für Montag um 16 Uhr eine "Trauerfeier für die drei Verstorbenen 'Freier Hochschulzugang', 'qualitativ hochwertige Bildung' und 'Freiheit von Forschung und Lehre'" an. Für Donnerstag ist ein österreichweiter Aktionstag geplant. Ob es dabei auch wieder Demonstrationen geben wird, steht noch nicht fest.
Viennale leistet "solidarischen Beitrag"
Am Samstag wurde vor einem zum Bersten gefüllten Wiener Audimax die Premiere des Viennale-Films "Bock for President" gezeigt. Die Entscheidung, die für Sonntag geplante Premiere in den besetzten Hörsaal zu verlegen, sei "ein kleiner solidarischer Beitrag unseres Festivals mit den Anliegen und dem Protest der selbstorganisierten Studentenschaft", so Viennale-Chef Hans Hurch.
Für die Regisseure Houchang Allahyari und Tom-Dariusch Allahyari - "wir sind stolz, dass die Premiere im Audimax stattfindet" - und Flüchtlingshelferin Ute Bock gab es minutenlangen Applaus und Standing Ovations.
Zuvor diskutierte Armin Thurnher, Chefredakteur der Wiener Stadtzeitung "Falter" mit den Studenten über österreichische Politik und vergangene und zukünftige Formen des politischen Protests sowie der Gesellschaft in Zeiten des Internet.