diepresse.com

Textversion
Home | Politik | Wirtschaft | Panorama | Kultur | Leben | Tech | Science | Sport | Bildung | Gesundheit | Rechtspanorama | Spectrum

Artikel drucken

Studenten-Proteste: Lehrbetrieb läuft "planmäßig"

02.11.2009 | 09:29 | ERICH WITZMANN (Die Presse)

"Die Uni muss dafür sorgen, dass Studierende keine Verzögerungen haben," sagt Christa Schnabl. Die Uni-Wien-Vizerektorin managt den geregelten Lehrbetrieb.

„Die Presse“: Was geschieht, wenn angesichts der Demonstrationen Studierende in einen Rückstand geraten?

Christa Schnabl: Wir bieten wie gesetzlich vorgesehen drei Prüfungstermine pro Semester an. Wenn jetzt Prüfungstermine ausgefallen sind, müssen diese natürlich ersatzweise angeboten werden, sodass Studierende keine Verzögerungen in Kauf nehmen müssen.

Und wenn jene, die für eine bessere Uni-Ausstattung demonstrieren, Lehrveranstaltungen versäumen?

Schnabl: Eine Anwesenheitspflicht gibt es bei prüfungsimmanenten Lehrveranstaltungen wie Seminaren. Da können die Studierenden eine bestimmte Anzahl fehlen, zwei, drei Einheiten. Das ist studienrechtlich vorgesehen. Wenn man eine Lehrveranstaltung versäumt, wird man nicht automatisch ausgeschlossen.

Ab welcher Dauer der Demonstrationen und Besetzungen wird der Lehrbetrieb empfindlich gestört?

Schnabl: Der Lehrbetrieb wird außerhalb des Audimax eigentlich planmäßig durchgeführt. Wir sind bemüht, den Lehrbetrieb im Austria Center durchzuführen.

Die externen Lektoren haben sich mit den Demonstranten solidarisiert, gibt es von dieser Seite einen Streik oder Ausfall?

Schnabl: Das ist mir bisher nicht bekannt.

Das Austria Center steht unbegrenzt zur Verfügung?

Schnabl: Das wird vom Raum- und Ressourcenmanagement koordiniert. Sollten die Räumlichkeiten zu einem bestimmten Zeitpunkt nicht zur Verfügung stehen, werden wir uns um einen weiteren Ersatz kümmern.

Gibt es genug Uni-Geld für die Anmietung?

Schnabl: Ein Tag im Austria Center kostet etwa 8000 Euro. Natürlich fehlt das für andere Bereiche. Es ist natürlich schwierig, die verschiedenen Interessen auszutarieren, auf der einen Seite die Interessen der Protestbewegung, auf der anderen Seite jener, die einen reibungslosen Lehr- und Prüfungsbetrieb wollen. Jetzt haben wir einen neuralgischen Punkt, weil viele Sozialleistungen wie die Studienbeihilfe Fristen haben, wo gewisse Leistungsnachweise zu erbringen sind. Die Universität muss dafür sorgen, dass Studierende nicht Verzögerungen haben. Es gibt sicher eine harte Gruppe, die sehr stark den Protest trägt, auch unter Inkaufnahme von gewissen Konsequenzen.


Home | Politik | Wirtschaft | Panorama | Kultur | Leben | Tech | Science | Sport | Bildung | Gesundheit | Rechtspanorama | Spectrum

© DiePresse.com