Die Studentenproteste in Österreich gehen auch in dieser Woche weiter. Für Donnerstag, den 5. November, haben die Besetzer des Audimax der Uni Wien zu einem bundesweiten Bildungsaktionstag aufgerufen. Ab 11 Uhr vormittags soll es einen Schülerstreik geben. Höhepunkt in Wien soll ein Marsch zum Urban-Loritz-Platz in Wien-Neubau sein. Erfreut reagierten die Besetzer auf die Ankündigung von Uni-Wien-Rektor Georg Winckler, zu einem Gespräch ins Plenum zu kommen. Einen konkreten Termin gibt es laut einer Sprecherin des Rektorats allerdings noch nicht.
Auf der Internetseite zu den Studentenprotesten haben bereits mehrere Unis ihre Teilnahme am Aktionstag angekündigt, darunter jene in Graz, Klagenfurt, Linz und die Uni für Bodenkultur. Mittlerweile gibt es auf der Website auch die Möglichkeit, im Internet für die Forderungen der Besetzer zu "demonstrieren". Die Besetzungen sollen unterdessen weitergehen: Derzeit sind die beiden größten Hörsäle an der Uni Wien besetzt, in Beschlag genommen wurden auch Räume an der Akademie der Bildenden Künste und den Technischen Unis in Wien und Graz sowie an den Unis Graz, Salzburg, Linz, Innsbruck, Klagenfurt und der Uni für Bodenkultur.
Für Donnerstag hoffen die Organisatoren der Kundgebung auch auf die Teilnahme nicht nur von Studenten und Schülern, sondern auch von Kindergartenpädagogen und Lehrlingen. "Wir müssen eine Verbindung erzeugen zu anderen Institutionen mit denselben Problemen. Das ist kein Uni-Streik, sondern ein Bildungsstreik!"
Außerdem ist an der Uni Wien eine "Alternativ-Uni" mit "streikenden Lehrenden" geplant; der Verband der Universitätslehrer hat sich am Sonntag mit den protestierenden Studenten solidarisch erklärt.
Die Audimax-Besetzer planen zudem ab Dienstag "Guerilla-Aktionen", bei denen sie unter den Lehrenden wie unter der übrigen Bevölkerung für ihre Anliegen werben wollen. So könnten etwa Kleinstgruppen mit Transparenten bei roter Ampel über den Zebrastreifen marschieren oder sich in die Anlagen für die U-Bahnansagen einhacken und für eigene Ansprachen nutzen, heißt es.