Eine zentrale Forderung der derzeit protestierenden Studenten wird von den Österreichern nicht als solche verstanden und auch nicht für gut befunden, wenn man einer aktuellen Umfrage vertrauen kann: Denn 86 Prozent der Österreicher sprechen sich für Zugangsbeschränkungen bzw. Aufnahmeprüfungen an Universitäten aus, nur neun Prozent sind dagegen. Zu diesem Ergebnis kommt eine Umfrage des Linzer Meinungsforschungsinstitutes IMAS, die allerdings heftig in der Kritik steht. Dafür wurden am Montag 500 Personen repräsentativ für die Gesamtbevölkerung über 16 Jahre befragt.
Kritik an der Studie und "manipulativer" Fragestellung kam von mehreren Stellen. Die Frage nach den Beschränkungen wurde von den Kritikern wörtlich zitiert: "In nahezu allen europäischen Ländern gibt es Aufnahmeprüfungen und Zugangsbeschränkungen an den Universitäten. Daher kommt es jedes Jahr in Österreich zu einem Ansturm ausländischer Studenten, die in ihrer Heimat nicht zum Studium zugelassen würden. Halten Sie es unter diesen Umständen für sinnvoll, bestimmte Zugangsbeschränkungen bzw. Aufnahmeprüfungen einzuführen, oder sind Sie gegen solche Beschränkungen?"
Weitere Ergebnisse der Studie
Die Proteste, bei denen Hörsäle besetzt und auf der Straße demonstriert wird, haben hohe Aufmerksamkeit erregt: 96 Prozent der Befragten gaben an, schon davon gehört zu haben. Nur vier Prozent wollen davon weder gelesen noch gehört haben.
In der Wahrnehmung der Bevölkerung reduzieren sich die Forderungen der Studierenden auf zwei Hauptthemen: 41 Prozent gaben an, dass sich die Proteste gegen eine Wiedereinführung der Studiengebühren richten. 40 Prozent vermuten, dass es den Studenten um eine um Verbesserung der Studienbedingungen geht. Nur neun Prozent glauben, dass mehr Mitsprache eingefordert wird. Dass auch eine allgemeine Gesellschaftskritik im Fokus der Proteste steht, können sich lediglich drei Prozent der Befragten vorstellen. 15 Prozent haben keine Erklärung für die Demonstrationen. Hier die tatsächlichen Forderungen.