"Wir haben sehr erfolgreich verhandelt", konstatierte der Rektor der Akademie der bildenden Künste, Stephan Schmidt-Wulffen am Donnerstag. In der Leistungsvereinbarung mit dem Bund seien für 2010 rund drei Millionen Euro mehr als für heuer vorgesehen, ein Gutteil der insgesamt etwa 25 Millionen Euro für nächstes Jahr gehe jedoch in die Personalkosten. Drei Masterprogramme werden demnach eingeführt, nur über eine Einführung des Bachelor/Master-Systems für Lehramtsstudenten ab 2012 herrsche noch Dissens. Hier soll das Diplomstudium beibehalten werden.
Mit einem Abschluss rechnet der Rektor in acht bis zehn Tagen. Die Proteste an den Unis haben mit dem Widerstand von Studenten und Lehrenden gegen die Leistungsvereinbarung der Akademie begonnen.
Geldnot eint Unis und Studenten
Die Verhandlungen mit dem Ministerium seien "geprägt durch die krasse Geldnot", sagte Schmidt-Wulffen. Man sei sich nicht einmal sicher gewesen, ob man sich die 50.000 Euro für das aktuelle Kuratorenprojekt, eines der drei großen Ausstellungsprojekte der Akademie im Jahr, noch leisten könne. Dass die Universitäten mehr Geld benötigen, sei "ein Punkt, bei dem alle Rektoren hinter dem Studentenprotest stehen", so Schmidt-Wulffen. Wenn es allgemein nicht mehr Geld gebe, würde der Rektor auch eine Wiedereinführung von Studiengebühren befürworten.
Das Pressegespräch, bei dem dies verkündet wurde, fand in durchaus aufgeheizter Stimmung statt, einmal flog aus der anwesenden Studentenschar auch ein Stück Klopapier in Richtung des Rektors. Auf Flugblättern wurde festgehalten, dass sich die Studierenden von der Vereinnahmung der Proteste durch das Rektorat distanzieren.