"Die Studierenden haben Recht". Das hat die Hochschullehrer-Gewerkschaft am Mittwoch zu den Protesten an den Universitäten erklärt. Man unterstütze die Forderungen der Studenten "in weitem Umfang". Noch weiter geht der Betriebsrat der Universität Wien: Er ersucht alle Bediensteten, die Forderungen der Studenten mitzutragen und sie "bei ihren Protestaktionen zu unterstützen".
Die Gewerkschafter unterstützen die Forderungen der Studenten nach einer Demokratisierung der Universitäten, genügenden und attraktiven Arbeitsplätzen für Lehre und Forschung, leistungsfördernden Studienbedingungen, zeitgemäß ausgestatteten und vor allem ausreichend vielen Hörsälen, Seminarräumen und Labors, "die auch den österreichischen Sicherheitsregeln entsprechen" sowie der Sicherstellung der Studierbarkeit in Mindeststudienzeit.
Pensionisten gegen "unkontrollierte Aktionen"
"Kompromisslos an der Seite der Jüngeren" zeigt sich der SP-Pensionistenverband. Allerdings solle "die Berechtigung von Forderungen nicht durch unkontrollierte Aktionen diskreditiert werden", so Verbands-Chef Karl Blecha in einer Aussendung. Die Unis sind für ihn "Zentren der Bildung und der Forschung und dürfen daher nicht Zugangsbeschränkungen sozialer oder finanzieller Form unterworfen werden". Knock-Out-Prüfungen seien durch Orientierungsphasen zu ersetzen, Studiengebühren dürften nicht wieder eingeführt werden.
Weniger solidarisch zeigt sich die Bundesschülervertretung - vor allem der für morgen, Donnerstag, angekündigte "Schülerstreik" liegt Bundesschulsprecherin Pia Bauer von der VP-nahen Schülerunion im Magen. Die teilnehmenden Schüler würden "unter dem Vorwand, sich solidarisch mit den Audimax-Besetzern zu erweisen, für die politischen Ziele der Organisatoren instrumentalisiert werden", so Bauer in einer Aussendung.
Persönlich kann Bauer den Hintergrund der Proteste zwar "gut nachvollziehen". Sie würde aber auch nicht die Besetzung einer Schule für die Umsetzung schulpolitischer Forderungen befürworten. Echte Veränderungen könnten nur am Verhandlungstisch zwischen Studentenvertretern und Wissenschaftsminister erzielt werden, so die Bundesschulsprecherin. Deshalb müsse die HochschülerInnenschaft (ÖH) sich an die Spitze der Protestbewegung stellen und so gestärkt in Verhandlungen treten.
"Dialog Hochschulpartnerschaft" am 25.11.
VP-Wissenschaftsminister Johannes Hahn hat indes erklärt, dass die angekündigte Dialog-Veranstaltung am 25. November unter dem Titel "Dialog Hochschulpartnerschaft" in der "Aula der Wissenschaften" in Wien stattfinden soll. Rund 50 Vertreter der verschiedensten Hochschul-Partner werden dazu eingeladen.
Ziel sei dabei, einerseits eine Bestandsaufnahme über alle Fakten und Daten auf den Tisch zu legen, andererseits soll eine erste Diskussion darüber erfolgen, "wie Hochschulen funktionieren sollen", in welchen Fragen es Konsens und Dissens gebe.