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Deutschland: "Bildungsstreiks" ab kommender Woche

10.11.2009 | 13:46 |  (DiePresse.com)

Uni-Proteste auch in Deutschland: Neben den Studienbedingungen und Gebühren geht es bei den Streiks auch um ausreichend Plätze für Master-Abschlüsse.

Nicht nur in Österreich, auch in Deutschland gibt es Studentenproteste. Ab kommender Woche wollen Schüler und Studenten erneut für bessere Lernbedingungen streiken. Angekündigt ist ein Hauptstreiktag am 17. November und eine Protestwoche Ende des Monats. Außerdem soll es auch eine ministerielle Blockade geben: Die Kultusminister sollen nach Ende ihrer Konferenz10. Dezember drei Stunden "nachsitzen", weil die Streikenden die Zufahrtsstraßen zum Konferenzort in Bonn blockieren wollen.

An manchen deutschen Hochschulen sind auch Hörsäle besetzt. Einige Besetzungsversuche fanden allerdings ein rasches Ende: Man drohte den Studenten mit Uni-Ausschluss und Anzeigen.

Neben den Studienbedingungen und Gebühren geht es bei den Streiks auch um ausreichend Plätze für Master-Abschlüsse und um mehr Demokratie im Bildungsbereich, sagte Student Michael Dunker von der Uni Münster. Paula Rauch vom französischen Gymnasium in Berlin kritisierte das "Turbo-Abitur" nach zwölf Schuljahren: "Wir wollen fürs Leben lernen und nicht für die Wirtschaft." Robert Pospichal von der TU Wien sagte, in Österreich hätten sich die Streiks gegen das europäische Bildungssystems bereits zu einem "kleinen Flächenbrand" ausgeweitet.

Die Gewerkschaften GEW und ver.di erklärten sich mit den Studenten solidarisch. Nach den Bildungsstreiks vom Juni sei die erforderliche "Kehrtwende in der Bildungspolitik" ausgeblieben, sagte der Vorsitzende der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft, Ulrich Thöne. Die GEW fordert 40 Milliarden Euro pro Jahr zusätzlich für den Bildungsbereich. Für Kinder müsse es bessere Krippen- und Kindergarten-Plätze sowie Ganztagsschulen geben. Mindestens 370.000 Studienplätze zusätzlich müssten finanziert und der uneingeschränkte Übergang zwischen den Studienabschlüssen Bachelor und Master möglich werden.

Für die Dienstleistungsgewerkschaft ver.di kritisierte Fachbereichsleiter Klaus Böhme, dass das Studium inzwischen zu sehr verschult und mit Inhalten überfrachtet sei. Auch herrsche ein enormer Prüfungsdruck. Böhme forderte im Bereich Bildung die absolute Gebührenfreiheit und eine auskömmliche Studienförderung (Bafög). Ver.di strebe ein Bildungsgeld von rund 700 Euro im Monat an.


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