"Wir setzen auf Dialog", sagt der Rektor der Uni Wien, Georg Winckler im Interview mit der "Presse". Doch dieser Dialog dürfte nicht zustande kommen, wenn die beiden Seiten weiterhin auf ihre Bedingungen bestehen. Die Besetzer des Wiener Audimax nämlich wollen mit dem Rektor nur als Gruppe sprechen, sie laden ihn zum Plenum ein. Dieser lehnt das ab. Gespräche soll es lediglich mit Vertretern geben, die die ÖH nominiert.
Rektor Winckler hält eine Diskussion vor dem versammelten Plenum für nicht sinnvoll. Die protestierenden Studenten jedoch wollen den Rektor unbedingt im Audimax sehen. Sie haben abermals eine "Einladung" dazu ausgeschickt, direkt mit den versammelten Personen zu kommunizieren.
Die Chancen für einen Dialog stehen schlecht, hart durchgreifen will das Rektorat aber auch nicht. Im besetzten C1-Hörsaal im Alten AKH wurde zwar schon vor einigen Tagen die Heizung abgedreht, im Audimax haben die protestierenden Studenten mit Strom oder Heizung aber keine Probleme. "Im Audimax passt alles," bestätigt eine Besetzerin im Gespräch mit DiePresse.com.
NR-Sondersitzung zu "Uni-Notstand"
Am Donnerstag findet die von den Grünen beantragte Nationalratssondersitzung zum Thema "Notstand an den Universitäten" statt. Die Grünen werden dabei einen Dringlichen Antrag an die Regierung richten, in dem mehr Geld für die Unis gefordert wird. Das Budget müsse aufgemacht und die langfristige Finanzierung der Universitäten sicher gestellt werden, sagte Parteichefin Eva Glawischnig am Dienstag.
VP-Finanzminister Josef Pröll wird außerdem aufgefordert, in Deutschland Ausgleichszahlungen für die zahlreichen deutschen Studenten zu verlangen. Der scheidende VP-Wissenschaftsminister Johannes Hahn wird mit einem Misstrauensantrag konfrontiert, der freilich keine Mehrheit finden wird. Die Sitzung wird um 9 Uhr eröffnet, die Debatte beginnt um 12 Uhr.