WIEN (ewi). Absolventen technischer Studienrichtungen sind in punkto Führungsqualitäten und Anforderungen für das Berufsleben weitaus besser vorbereitet als ihre Kolleginnen und Kollegen aus den technischen Universitäten. Wie eine aktuelle Studie des Engineering-Unternehmens IVM Technical Consultants zeigt, stimmen Technik-Studenten diesen Positionen zu 50Prozent zu, Mitarbeiter von technischen Betrieben aber bis zu circa 80Prozent.
Befragt wurden 757 Studierende aus Fachhochschulen und Technik-Unis sowie 186 berufstätige Personen (unter ihnen 7,5Prozent mit FH-Abschluss, 33Prozent TU-Abschluss). Auf die Frage, ob die Lehrinhalte der Ausbildungen für das Berufsleben rüsten, sehen dies 82Prozent der berufstätigen Mitarbeiter bei der FH als gegeben und nur 51Prozent bei der TU (ebenfalls 51Prozent bei der HTL). Kann das Erlernte im Berufsleben auch angewendet werden? Aus Sicht der berufstätigen Techniker wird da der FH mit 76Prozent der Vorzug gegeben, 56Prozent der HTL und 41Prozent der TU. Bei den Aussagen der Studierenden liegen allerdings die Technik-Unis mit 80Prozent voran.

Einen deutlichen Abstand ergibt wiederum die Frage nach der Vermittlung von Führungsqualitäten in der Ausbildung: 59Prozent tippen hier auf die FH, nur 18Prozent auf die TU. Da schneidet die HTL mit 27Prozent noch deutlich besser ab. Und beim Durchsetzen der eigenen Meinung führt die FH (71Prozent) ebenfalls vor der TU (44) und der HTL (36).
Bei der Teamarbeit sackt die universitäre Ausbildung total ab. 82Prozent sehen diese bei der FH gefördert, 63Prozent bei der HTL, aber nur 51Prozent bei der TU. Hier ergibt sich eine ähnlich deutliche Sicht bei den Antworten der Studierenden. Bei selbstständigem Arbeiten liegen die FH (82Prozent sehen diese im Studium gefördert) und die TU (80Prozent) ziemlich gleichauf, die HTL liegt mit 65Prozent weit dahinter. In puncto Kreativität rangieren wiederum FH und HTL vor der Technik-Uni.
TU vermittelt größere Übersicht
In einem einzigen Fragenbereich schlägt die TU- die FH-Ausbildung: 78Prozent der Mitarbeiter technischer Betriebe glauben, dass die Fähigkeit, Probleme aus verschiedenen Perspektiven zu betrachten, in den TU-Studienplänen verankert ist, 76Prozent in jenen der FH (HTL nur 51Prozent).