Die Uni-Besetzer sollten sich vielleicht einmal bei Gelegenheit beim Vorsitzenden der Beamtengewerkschaft, Fritz Neugebauer, erkundigen, wie man machtvolle Protestaktionen organisiert. Die Studentenaktion am Donnerstag im Vorfeld der Sondersitzung des Nationalrats gemeinsam mit der Metallergewerkschaft diente bestenfalls dazu festzustellen, wie viele Unentwegte sich zum gemeinsamen Frühsport des Kapitalismus-Bashing finden.
Denn das ist so ziemlich das Einzige, was Audimax-Besetzer und Gewerkschaftsfunktionäre eint. In einem Fall soll die Regierung, im anderen Fall sollen die bösen Unternehmen mehr brennen. Denn sonst hat der durchschnittliche steuerzahlende Voest-Arbeiter in (Kurzarbeits-)Zeiten wie diesen mit hörsaal-blockierenden Studenten mit einem recht diffusen Spektrum für eine viel schönere, neue Hochschulwelt eher wenig am Hut.
Doch in Zeiten wie diesen steht – verbale – Solidarität wieder hoch im Kurs. Bei der Kundgebung wurde daher abwechselnd zum „Lohnraubstopp“ und „Bildungsraubstopp“ aufgerufen. Ein kurzfristiges Zweckbündnis. Wobei vor allem die rebellierenden Studenten nach dem Kräfteverschleiß in den letzten Protestwochen schon froh über jede Unterstützung sein werden. Machtvolle Demonstrationen sehen anders aus. Echte Solidarität auch.