Die Uni Wien ist in einer schwierigen Lage. Wenn sie nicht handelt, bleibt das Audimax vielleicht noch monatelang besetzt. Wenn die Uni-Leitung den Hörsaal räumen lässt, facht sie damit die Proteste wieder an. So versucht das Rektorat einen Mittelweg. Es betont, dass "sich die Lage zugespitzt hat", droht aber nicht.
Heute, Freitag, könnte eine Entscheidung fallen, wie die Uni sie sich wünscht. Für 19 Uhr ist ein Plenum zum Thema "Wie geht’s weiter?" angesetzt. Die Universität hat den protestierenden Studenten ein Angebot (zu lesen auf der Homepage) unterbreitet, um ihnen den Auszug aus dem Audimax schmackhaft zu machen.
Besetzer sind enttauscht
Begeisterung ruft das Angebot allerdings nicht hervor: "Im Grunde handelt es sich um recht unkonkrete Verbesserungen der Curricula und ein Angebot, andere Räume zu nutzen", heißt es gegenüber DiePresse.com. "Es ist kein wirkliches Entgegenkommen. Das Rektorat sollte die Forderungen an die Politik unterstützen", so ein Wunsch.
Am Abend könnten die Studenten darüber abstimmen, das Angebot anzunehmen und das Audimax zu verlassen. Allerdings hält das Pressebüro dies für unwahrscheinlich, da "wahrscheinlich viel Diskussionsbedarf" bestehe. Außerdem wünscht man sich - im Falle der Beendigung der Besetzung - einen breiten Konsens zum Abzug. 
Dass die Studenten, die für eine Räumung des Audimax stimmen würden, ohnehin nicht mehr zum Plenum kommen, glaubt man im Pressebüro nicht. Immerhin gehe es um die Zukunft der Besetzung, da sollten alle kommen.
Gegner des Protests wie die Facebook-Gruppe "Studieren statt Blockieren" haben wenig Chancen, die Besetzung durch ihre Stimmen zu beenden - obwohl betont wird, dass diese Studenten bei einer Diskussion willkommen seien. Aber ein "Rausstimmen durch eine Gruppe" würde den Besetzern zufolge nichts bringen. Wenn eine Gruppe wie "Studieren statt Blockieren" die Abstimmung für sich entscheiden würden, würde das eher zur Eskalation beitragen, heißt es vom Pressebüro. Die Leute würden die Entscheidung nicht akzeptieren und weiter im Audimax bleiben. Denn: "Es ist niemand weisungsgebunden."