Nur acht Prozent der Österreicher sprechen sich für eine Fortsetzung der Proteste an den Unis aus. Dies ist das Ergebnis einer für die Industriellenvereinigung (IV) erstellten repräsentativen IMAS-Umfrage, für die 1103 Personen über 16 Jahre zwischen 18. November und 9. Dezember face-to-face befragt wurden.
Protestfreudiger sind Personen mit Matura oder Uni-Abschluss - auch in dieser Gruppe plädieren aber nur 15 Prozent "voll und ganz" für weitere Proteste der Studenten, "bis ihre Forderungen erfüllt sind". Allerdings: Nur jeder fünfte ist der Ansicht, dass es sich bei den Hörsaalbesetzern "im Grunde um Krawallmacher handelt, die gar nicht wissen, was sie wollen".
Zwei Drittel für Beschränkungen
Zwei Drittel der Befragten (64 Prozent) sprachen sich bei einem großen Studentenandrang für "bestimmte Beschränkungen wie z.B. Eignungstests, Studiengebühren, etc." aus. Jeweils 18 Prozent waren gegen jedwede Beschränkung bzw. machten keine konkreten Angaben.
Am beschränkungsfreudigsten sind Selbstständige, Freiberufler und Landwirte (72 Prozent), gegen Beschränkungen plädieren vor allem einfache Arbeiter (23 Prozent) und Personen mit Matura bzw. Hochschulabschluss (26 Prozent).
Der Aussage "Die Universitäten kosten viel Geld, daher sollte jeder Student seinen Beitrag leisten und Studiengebühren zahlen" stimmen 46 Prozent der Österreicher "voll und ganz" zu. Ebenfalls 46 Prozent können sich für "Es sollten nur solche Leute studieren, die auch die Fähigkeit dazu haben. Darum sollte man Eignungsprüfungen einführen, die für alle gelten, egal aus welchem Land" erwärmen.
ÖH kritisiert "tendenziöse Fragen"
Die ÖH kritisierte in einer ersten Reaktion auf die Umfrage die "tendenziösen Fragestellungen": "Es ist keine Kunst, dass sich 64 Prozent der Befragten für Zugangsbeschränkungen aussprechen, wenn in der Frage nur von "zu vielen Studierenden" die Rede ist, erklärt Thomas Wallerberger vom ÖH-Vorsitzteam.