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Das liebe Vieh beschäftigt die Universitäten

22.03.2010 | 09:34 |  (DiePresse.com)

Die Innsbrucker Medizin-Uni richtet eine Tierethikkommission ein. Ein eigenes Forschungsinstitut mit vier Professoren wird sich in Wien um Tierschutz und Tierethik kümmern.

Die heftigen Proteste rund um die Lawinen-Experimente mit Schweinen im Ötztal wirkt sich auf die künftige Arbeit der der Medizin-Uni Innsbruck aus. Es wird eine eigene Tierethikkommission eingerichtet, die in Zukunft derartige Versuche prüfen wird. Mit Versuchen an "Lawinenschweinen" ist derzeit Schluss. Die umstrittene Versuchsreihe soll trotz rechtlicher Möglichkeiten nicht fortgesetzt werden, sagt Rektor Herbert Lochs. Denn die Proteste hätten gezeigt, dass Gefühle der Bevölkerung verletzt würden.

Die Tierethikkommission besteht aus Naturwissenschaftern und einem Psychiater. Bei der Behandlung eines Ansuchens soll künftig sowohl die Würde der Tiere als auch psychologische und gesellschaftliche Aspekte wie die mögliche Verletzung von Gefühlen berücksichtigt würden. Das Experiment, bei dem 29 betäubte Schweine im Schnee vergraben worden waren, um die Überlebenschancen von Lawinenopfern zu erforschen, hatte für einen Sturm der Entrüstung gesorgt. Es wurde vorzeitig abgebrochen. Zehn Versuchsschweine überlebten nicht. Die restlichen Tiere kamen in Obhut von Tierschützern und dürfen ihre "Gnadenpension" auf Bauernhöfen verbringen.

Vier Professuren für den Tierschutz

Auch in Wien spielt der Tierschutz künftig eine prominente Rolle. Ein eigenes Forschungsinstitut mit vier Professoren wird sich wissenschaftlich um die Anliegen rund um den Tierschutz kümmern. Die Veterinärmedizinische Universitä Wien, die Med-Uni Wien und die Uni Wien haben nach einem international ausgeschriebenen Wettbewerb ein Projekt der Schweizer "Messerli-Stiftung" für ein interdisziplinäres Institut an Land gezogen.

Im "Forschungsinstitut für Tierschutz, Tierethik und Tierschutzrecht" wird es zu einem guten Teil um naturwissenschaftliche Grundlagen gehen, zwei Professuren sind dafür reserviert. Als Schwerpunkte sind Tierschutz, Tierhaltung sowie Komparative Medizin vorgesehen. Im letzteren Fach geht es etwa um Vergleiche auf Gen-Ebene zwischen tierischen und menschlichen Krankheiten wie Krebs. Durch den vergleichenden Ansatz sollen etwa auslösende Veränderungen als Ursachen aufgespürt werden.

Je eine Professur sind weiters für Ethik in der Mensch-Tier-Beziehung sowie Erforschung und Dokumentation der Rechtsgrundlagen der Mensch-Tier-Beziehung vorgesehen. Den vier Professoren sollen insgesamt 16 Mitarbeiter zur Seite stehen. Das Institut soll aus der Stiftung jährlich 700.000 Euro erhalten, wobei die drei Unis die Summe verdoppelt.


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