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Schweinegrippe: Österreichs Politiker sind Impf-Muffel

21.10.2009 | 11:28 |  (DiePresse.com)

Egal ob Regierung oder Opposition: Ein Großteil der heimischen Politiker verzichtet auf eine Impfung gegen die Schweinegrippe. Damit liegen sie im Trend: Auch in der Bevölkerung überwiegt die Skepsis.

Die heimischen Politker -  egal ob Bundesregierung oder Opposition - verzichten großteils auf eine Impfung gegen die Schweinegrippe. Damit liegen sie im Trend: Viele Österreicher sind impfskeptisch.

Kanzler Werner Faymann (SPÖ) sagte, er habe eine Gesundenuntersuchung gemacht, eine Immunisierung sei nicht notwendig. Dabei hatten kanadische Mediziner herausgefunden, dass sich ein schwerer Krankheitsverlauf und Todesfälle bei relativ gesunden Heranwachsenden und Erwachsenen zwischen zehn und 60 Jahren häufen. Verteidigungs- und Sportminister Darabos (SPÖ) glaubt wiederum offenbar, durch Vitamine gegen Viren immun zu sein. "Ich esse genug Obst, ich brauche keine Impfung." Eva Glawischnig (Grüne) wieder verzichtet auf den Schutz, da sie noch ihr Baby stillt.

Selbst Gesundheitsminister Alois Stöger (SPÖ) glaubt, zu keiner Risikogruppe zu gehören. Zudem will er niemandem den Impfstoff "wegnehmen", wie er das ORF-Radio Ö3 wissen ließ. "Absolut kein Thema" ist eine Injektion für FPÖ-Chef HC Strache, "Spritzen-Angst" hat gar BZÖ-Politiker Stefan Petzner und Peter Pilz (Grüne) "steht nicht auf der Spenderliste der Pharmaindustrie". Die Ärztin und Obfrau des Gesundheitsausschusses Dagmar Belakowitsch-Jenewein (FPÖ) lehnt ebenfalls dankend ab: "Mein Vertrauen in den Impfstoff ist wegen des mangelhaften Zulassungsverfahrens nicht wirklich gegeben."

Vizekanzler Pröll erwägt Impfung

Einzige Ausreißer bei den Befragten: Vizekanzler Josef Pröll (ÖVP): Er will dem medizinischen Personal den Vortritt lassen "und zieht es dann in Erwägung". Noch nicht entschieden hat sich auch Justizministerin Claudia Bandion-Ortner (ÖVP).

 

Herr und Frau Österreicher scheinen ebenfalls nicht allzu impfbereit: In einer Umfrage (YouGovPsychonomics) haben Anfang September nur 18 Prozent angegeben, sich impfen lassen zu wollen. Gegen die saisonale Grippe lassen sich jährlich zwölf Prozent impfen.


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