Die Infektionen mit den Viren Hepatitis B und Hepatitis C verursachen eine chronische Leberentzündung und können in weiterer Folge auch Leberzellkrebs auslösen. An dieser häufigsten Form von primärem Leberkrebs sterben jährlich weltweit um die 500.000 Menschen. Ein internationales Forscherteam entschlüsselte nun, wie die Infektion zu der Entstehung eines Tumors führt.
Massenproduktion von Botenstoffen
Eine entscheidende Rolle spielen die Botenstoffe Lymphotoxin-alpha und -beta, die vorwiegend von weißen Blutkörperchen produziert werden und die Immunantworten kontrollieren. Pathologen des Universitätsklinikums Freiburg zeigten, dass diese Stoffe bei Leberentzündungen, die durch Hepatitis B und C entstehen, und bei Leberzellkrebs stark produziert werden, und zwar auch von den Leberzellen selbst.
Neuer therapeutischer Ansatz
Bildeten Mäuse im Versuch verstärkt Lymphotoxin, so neigten sie zu chronischen Leberentzündungen und Leberzellkrebs, wie die Forscher in der Zeitschrift "Cancer Cell" schreiben. Wurde aber die Signalübermittlung an den Lyxmphotoxin-Rezeptor blockiert, so besserte sich die Entzündung, und es entstand kein Tumor. "Unsere Ergebnisse zeigen, dass eine erhöhte Lymphotoxinproduktion in der Leber wesentlich zur chronischen Leberentzündung und der daraus folgenden Bildung von Leberzellkrebs beiträgt", sagt Nicolas Zeller. "Das Blockieren des Signalwegs könnte neue therapeutische Ansätze zur Behandlung chronischer Leberentzündungen eröffnen."
Quelle: "Cancer Cell", Nr. 16, S. 295-308