Alkohol tötet, Wein verlängert das Leben. Die Wahrheit liegt in der Mitte, respektive die Dosis macht's aus, ob Alkohol schadet oder nützt. „Einer von zehn Todesfällen in Europa ist auf Alkoholkonsum zurückzuführen“, schreibt die Medical Tribune. Resveratrol, ein wichtiger Inhaltsstoff von Rotwein, zu dem es bislang Tausende Studien gibt, erhöht die Lebenserwartung verschiedener Organismen deutlich, sagt die wissenschaftliche Forschung.
„Klar ist, dass Resveratrol die Zellalterung verlangsamt“, sagte der bekannte Sozialmediziner und Nichtraucher-Papst Univ.-Prof. Dr. Michael Kunze bei der Präsentation einer vom Bundesamt für Weinbau durchgeführten Studie. Derzufolge weist der Blaufränkische aus dem Mittelburgenland besonders viel Resveratrol auf. Könnte sein, mutmaßen Experten, dass Klimafaktoren für die Resveratrolkonzentration mitverantwortlich sind.
„Durch den Druck des Kalt-Warm-Wechsels auf die Rebe könnte es zur vermehrten Resveratrolproduktion kommen, denn die Trauben schützen sich mit dieser Substanz“, vermerkte Dr. Walter Flak, Leiter des Bundesamtes für Weinbau, Eisenstadt. „Es ist vorgesehen, zu untersuchen, ob auch Bio-Landwirtschaft zu erhöhter Resveratrolbildung führt.“
In Russland verursacht exzessiver Alkoholkonsum die Hälfte der Todesfälle unter Männern von 15 bis 54 Jahren, heißt es in der Medical Tribune. „In Österreich sterben rund 10.000 Menschen jährlich an den Folgen überhöhten Alkoholkonsums, insbesondere an Leberzirrhose und Krebs“, betonte der Herzchirurg Univ.-Prof. Dr. Wolner, Vorsitzender des Obersten Sanitätsrates. Wiewohl, so Wolner, kleine Dosen von Rotwein, also maximal ein Vierterl am Tag, auch ihre herzgesunden Seiten hätten: „Unter anderem sterben weniger Herzmuskelzellen ab, Blutplättchen kleben weniger zusammen.“
Einer von 25 Menschen stirbt
Eine Studie an 200.000 Menschen habe gezeigt, dass mäßige Rotweintrinker ein geringeres kardiovaskuläres Risiko hätten. Zudem wirken sich die Rotweininhaltsstoffe auch positiv auf den Fett- und Cholesterinstoffwechsel aus. Eine der jüngsten Studien zum Resveratrol stammt aus einem Land, in dem Wein nicht unbedingt Nationalgetränk ist: Schottische Forscher fanden heraus, dass dieses Antioxidans auch entzündungslindernd wirkt. Kann das nicht auch das Resveratrol im Traubensaft? Könnte freilich, jedoch ist sein Gehalt im Traubensaft sehr viel geringer als jener in Rotwein, und Rotwein ist eines der Lebensmittel mit den höchsten Mengen an Resveratrol.
Die tödliche Kehrseite von Alkoholmengen: Weltweit stirbt einer von 25 Menschen an den Folgen des Alkoholexzesses.
Ein Glas Wein gegen Diabetes?
„Das Anti-Aging Lexikon“ (Herbig Verlag, 256 Seiten, 20,50 €) berichtet unter anderem über die guten Seiten des Rotweins (ein Glas pro Tag soll das Risiko für Diabetes senken). Darüber hinaus gibt es zahlreiche Tipps, wie man das Altern hinauszögern kann – beispielsweise mit Hefe oder Rooibos.