Vor knapp einem Monat kam es in den USA zu einem Horrorhype, der nicht nur wegen der Do-it-yourself-Ästhetik des Films an das Tamtam um The Blair Witch Project erinnert: Paranormal Activity, bereits 2007 vom Debütanten Oren Peli im Alleingang um etwa 15.000 US-Dollar in anderthalb Wochen gedreht, schoss an die Spitze der Kinocharts in Übersee.
Der Schrecken verdankt sich dabei nicht Spezial-effekten, sondern der Illusion von Wirklichkeitsnähe: Dass Pelis Film schauspielerische und inszenatorische Schwächen hat, ist Teil des Reality-konzepts, schließlich präsentiert er sich als „gefundenes“ Amateurvideo – ein Paar ist in ein neues Haus eingezogen, sie glaubt von übernatürlichen Erscheinungen verfolgt zu werden, er will das Geschehen auf Video bannen, woraufhin die Dinge außer Kontrolle geraten. Zuschlagende Türen und andere sympathisch altmodische Schockeffekte genügen: Mit der Unterstützung von Steven Spielberg, Internetmarketing und Propaganda dank einer Serie von Schreikonzerten in voll besetzten Vorab-Mitternachtsvorstellungen, wurde Paranormal Activity so zur Gruselsensation. Außerhalb solcher Idealsituationen scheint der Schrecken allerdings schnell verflogen: Wenn Sie das gelesen haben, wissen Sie vielleicht schon zu viel.
"Paranormal Activity", ab 20. 11. im Kino.