Die künftige Leiterin der Bayreuther Festspiele, Katharina Wagner, ist einer Zusammenarbeit mit der Rockband Rammstein nicht abgeneigt. "Ich bin eine große Verehrerin von Rammstein und würde gerne mit ihnen zusammenarbeiten", sagte die 30-jährige Urenkelin von Richard Wagner der "Neuen Osnabrücker Zeitung" (Samstagausgabe). "Dieses Interesse besteht von beiden Seiten, aber Konkreteres gibt es dazu noch nicht zu sagen."
An der Band gefalle ihr vor allem die künstlerische Aussage, sagte Wagner, die die Texte als "extrem gesellschaftskritisch" bezeichnete. Außerdem erkenne man hinter den Videos eine künstlerische Intention. "Die gehen nicht vor nach dem Motto, wir nehmen eine eingängige Melodie, die auch auf Mallorca gut ankommt, und machen noch drei Handbewegungen, damit jeder Besoffene mittanzen kann. Stattdessen gibt es unangenehme Texte, und genau das überzeugt mich. Rammstein sind wahnsinnig ehrliche Künstler, die sozialkritisch durch die Welt gehen und fragen, wo's hakt."
Sponsoren sollen Einzug halten
Für die Bayreuther Festspiele hält Wagner Ausschau nach Sponsoren: "Das ist an anderen Häusern gang und gäbe; dem dürfen sich die Festspiele nicht verschließen", sagte sie. Der Grundstock der Finanzierung müsse aber auch künftig über öffentliche Gelder gewährleistet sein: "Sponsoring-Gelder sind schöne Gelder, aber sie sind nicht sicher. Man sieht ja an der gegenwärtigen Finanzkrise, dass sich da Dinge von heute auf morgen ändern können." Bei der Auswahl der Sponsoren will Wagner äußerst akribisch vorgehen, auch ein Mitspracherecht kommt für sie nicht in Frage: "Kunst zeichnet sich dadurch aus, dass sie unabhängig ist." Die künstlerischen Entscheidungen einer Leitung seien unantastbar.