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Dramatische Finanzlage bei Bundestheatern

04.11.2009 | 15:18 |  (DiePresse.com)

Die Erhöhung der Basisabgeltung hätte bis Sommer 2011 reichen sollen. Das Geld wird aber bereits in dieser Saison ausgegeben. Nun so könne der Betrieb aufrecht erhalten werden, sagt der Holding-Chef.

Die Finanzlage der Bundestheater hat sich dramatisch verschärft. Die Basisabgeltung wurde im Doppelbudget für 2009/10 um 3,5 Millionen Euro pro Kalenderjahr erhöht. Das Geld für beide Jahre müsse zur Gänze für die Finanzierung der laufenden Saison ausgegeben werden, sagt nun der Geschäftsführer der Bundestheater-Holding, Georg Springer.

"Anders hätten wir kein ausgeglichenes Budget mehr zustande gebracht", so Springer. "Es war die einzige Möglichkeit zur Aufrechterhaltung des laufenden Betriebs." Für die laufende Saison haben die Bundestheater nicht 142,15 Millionen Euro, sondern 145,645 Millionen Euro Basisabgeltung (also zweimal 3,5 Millionen Euro mehr als in der vergangenen Saison) budgetiert.

"Es geht nicht anders"

Anders gesagt: Schon vor September 2010 werden die zusätzlichen Mittel aufgebraucht sein. Die ungewöhnliche Maßnahme sei vom Bund als Eigentümer gebilligt, versicherte der Holding-Chef. Die externe Plausibilitätsprüfung habe "dem Eigentümer vor Augen geführt: Es geht nicht anders." Auch die Aufsichtsräte hätten ihre Zustimmung für das vorzeitige Aufbrauchen der Zusatz-Mittel gegeben. "Wir brauchen frisches Geld ab 1. Jänner 2011", so Springer.

Der Holding-Chef fordert eine klare kulturpolitische Entscheidung des Bundes. Wolle man den Auftrag der Bundestheater, der im Bundestheater-Gesetz verankert ist, unverändert lassen, benötige man deutlich mehr Geld als bisher. Es gebe keine Einsparungspotenziale mehr. Eine Anhebung um weitere 3,5 Millionen Euro werde bei weitem nicht ausreichen. Auch mit dem von Springer im Februar 2008 genannten Finanzierungsbedarf von 151 Millionen Euro (ab 2009/10) "wären wir heute nicht mehr glücklich".

Sprengstoff Lohnverhandlungen

Zusätzlicher Sprengstoff verbirgt sich in den laufenden Lohn-Verhandlungen: Die Gewerkschaft fordere 3,55 Prozent Lohnerhöhung rückwirkend ab 1. September. Die Arbeitgeberseite biete derzeit 3,5 Prozent, jedoch gedeckelt mit maximal 110 Euro pro Arbeitnehmer, so Springer. "Unter den gegenwärtigen Bedingungen ist das nicht konsensfähig." Ein Prozent Lohnerhöhung bedeuten bei den Bundestheater rund 1,4 Millionen Euro Zusatzkosten. Mitte November gibt es die nächste Verhandlungsrunde.

 

Die Mittel werde wie folgt auf die Gesellschaften verteilt:

Außerdem gebe es eine zusätzliche Sonderfinanzierung für Baumaßnahmen von 1,5 Mio. Euro, die ab 1.1.2010 zur Verfügung stünden, so Springer.


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