Jonas Kaufmann ist der Senkrechtstarter unter den internationalen Tenören. Bis vor zwei, drei Jahren war er ein Geheimtipp. Jetzt ist er einer der meistdiskutierten Künstler im Klassikbusiness. Den Lohengrin in Bayreuth mochte man dem deutschen Tenor noch zutrauen. Doch macht er Karriere im italienischen und französischen Fach, denn seine Stimme vereint ungewöhnlichen Schmelz und Schönheit des Timbres mit einer zwar eigenwilligen, aber doch bemerkenswerten Technik.
Es sind die Strahle-Töne, aber auch die gehauchten Pianissimi, die Kaufmann berühmt gemacht haben. Beides kommt auf der Verismo-CD bestens zur Geltung. Die Frage, wie lange eine solche Stimme dem beständigen Hochdruck standhalten kann, schwingt bei Kennern bange mit. Aber Canio, Chenier und Co. leben und leiden hier – auch dank Antonio Pappanos engagierter Begleitung – mitreißend wie selten.
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Jonas Kaufmann - "Verismo-Arien"
23.09.2010 | 15:51 | von Wilhelm Sinkovicz (Die Presse - Schaufenster)
Die Stimme
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