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Nachruf: Künstlerin Jeanne-Claude (1935–2009)

19.11.2009 | 18:31 |  (Die Presse)

Christos Frau und Partnerin Jeanne-Claude starb Mittwochabend in New York.

Natürlich war es wieder die Frau, die kommuniziert hat – Jeanne-Claude Denat de Guillebon war der sprechende Part des berühmtesten Künstlerpaares der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts, gebrandet mit dem Namen des Mannes, Christo. Dennoch arbeiteten sie seit 1961, seit sie im Kölner Hafen Ölfässer verhüllten, ausschließlich gemeinsam. Es war Jeanne-Claude, die bei ihrem ersten Großprojekt ein Jahr später, als sie in Analogie zur Berliner Mauer in einem Seitenarm der Seine Ölfässer stapelten, die Polizei abhielt und überreden konnte, das Werk einige Stunden bestehen zu lassen. Es sind Zeichnungen und Fotografien, die von der Kunst der beiden blieben und bleiben. Ihr größter Erfolg aber war die Verhüllung des Berliner Reichstags im Juni 1995: Mit 100.000 Quadratmeter glitzernder Folie schafften sie ein politisches Statement, das über zwei Wochen fünf Millionen Besucher anlockte.

Christo und Jeanne-Claude waren ein Powercouple, privat und beruflich. Erst im April dieses Jahres besuchten sie Wien um ihren Freund, MAK-Direktor Peter Noever zu unterstützen – sie präsentierten eine Sondermarke, die ein nicht-realisiertes Projekt der beiden zeigt, den verhüllten Gefechtsturm Arenbergpark. Ihn will Noever seit Jahren zum Zentrum für zeitgenössische Kunst ausbauen. Es war bei dieser Gelegenheit, dass die zierliche rothaarige Frau der „Presse“ auf die Frage nach den nächsten Projekten antwortete: „Ja, es gibt ein großes. In zehn Jahren sind wir 84, bis dahin wollen wir darauf achten, dass wir gesund und am Leben bleiben.“ Das Projekt Leben, um dessen Verwirklichung Christo jetzt alleine wird ringen müssen. sp


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