50 Jahre nach seinem Tod soll der Autor Albert Camus sollte nach Ansicht des französischen Präsidenten Nicolas Sarkozy ins Pariser Panthéon überführt werden. Es wäre ein "außergewöhnlich überzeugende Entscheidung", die Gebeine Camus' in der Kultstätte im Zentrum der französischen Hauptstadt beizusetzen, sagte Sarkozy am Donnerstag.
Er habe bereits mit den Angehörigen des Schriftstellers und Philosophen Kontakt aufgenommen, da für die Überführung deren Einverständnis erforderlich sei, fügte Sarkozy hinzu. Bisher sei "die Entscheidung noch nicht gefallen". Camus starb am 4. Jänner 1960 bei einem Autounfall.
Von der Kirche zur Grabstätte
Das Panthéon in Paris steht direkt neben den Gebäuden der Universität Sorbonne. Ursprünglich war das Panthéon als Kirche konzipiert. Es wurde jedoch im Gefolge der Französischen Revolution zu einer nationalen Gedächtnisstätte umfunktioniert. Heute sind berühmte Franzosen dort begraben, etwa Philosoph Voltaire, die Physikerin Marie Curie, Philosoph Jean-Jacques Rousseau, die Schriftsteller Emile Zola, Alexandre Dumas und Victor Hugo.
Camus ist neben Jean-Paul Sartre der führende Denker des französischen Existenzialismus der Nachkriegszeit. Zu seinen bekanntesten Werken zählen die Romane "Der Fremde" und "Die Pest", die philosophischen Traktate "Der Mythos von Sisyphos" und "Der Mensch in der Revolte" sowie Theaterstücke wie "Caligula" und "Die Besessenen". 1957 erhielt Camus den Nobelpreis für Literatur.