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"Heute" legt Eigentümerverhältnisse offen

07.05.2012 | 14:03 |  (DiePresse.com)

Die Pluto Privatstiftung hält 74 Prozent des Gratisblattes, Stifter sind Eva Dichand und ihr Bruder. Wer weiterhin von SPÖ-Besitz spricht, wird geklagt.

Nach jahrelangen Spekulationen hat die Gratiszeitung „Heute" nun ihre Eigentümerverhältnisse offengelegt - fast zwei Monate, bevor das Medientransparenzgesetz sie dazu zwingt: Eigentümer der Gratiszeitung sind demnach die Pluto Privatstiftung mit 74 Prozent sowie die Periodika Privatstiftung mit 26 Prozent. Die beiden Stiftungen halten die Ulitmate Media Beteiligungs- und Management Gmbh, die wiederum zu 100 Prozent an der "Heute"-Herausgeberin AHVV-Verlags-GmbH beteiligt ist. Die Pluto Privatstiftung ist eine Familienstiftung, als Stifter fungierten Eva Dichand und ihr Bruder Georg Kriebernegg, Begünstigte sind Eva Dichand und Kinder.

Als Geschäftsführer fungieren Eva Dichand und Wolfgang Jansky, Dichand ist auch Herausgeberin des Blattes. Begünstigte der Periodika Privatstiftung sind der Verein Weißer Ring und der Verein Rettet den Stephansdom. Im Vorstand sitzen "Heute"-Geschäftsführer Wolfgang Jansky als Vorsitzender sowie Günther Havranek, Marjam Paousek und Eva Stackl. Die konkreten Eigentümerverhältnisse wurden dieser Tage im Firmenbuch eingetragen und veröffentlicht. Bisher wurden die Anteile der Pluto Privatstiftung treuhänderisch von der Fidelis GmbH gehalten. Das Treuhandverhältnis wurde jetzt aufgelöst.

Spekulationen um Eigentümerverhältnisse

Immer wieder waren Vermutungen laut geworden, dass hinter "Heute" entweder die SPÖ oder "Krone"-Gründer Hans Dichand stecken könnte.

Von Konkurrenzmedien gab es deshalb Anzeigen bei der Bundeswettbewerbsbehörde sowie beim Finanzamt, die ÖVP reklamierte wegen der ungeklärten Eigentümerfrage einen entsprechenden Offenlegungspassus ins Medien- und Medientransparenzgesetz, der mit 1. Juli in Kraft tritt.

"Wer behauptet, 'Heute' gehört SPÖ, wird geklagt"

Mit der vorzeitigen Offenlegung scheint die Gesellschafterstrukturfrage geklärt und das Geheimnis um die wahren "Heute"-Eigentümer gelüftet. Mit einer Familienstiftung um Eva Dichand hält die Frau des "Kronen Zeitung"-Herausgebers und -Chefredakteurs Christoph Dichand die "Heute"-Mehrheit. "Jeden, der jetzt noch behauptet, dass 'Heute' der SPÖ oder einer SPÖ-nahen Organisation gehört oder von dort finanziert wurde oder dass 'Heute' Hans Dichand oder der Mediaprint gehört, werden wir vorbehaltlos auf Verleumdung und Schadenersatz klagen", sagte "Heute"-Herausgeberin und -Geschäftsführerin Eva Dichand am Montag.

Kartellrechtliche Problem ergeben sich durch die offengelegte Gesellschafterstruktur nicht. "Es gibt keine Sippenhaftung für Ehepartner. Die Pluto Privatstiftung ist eine Familienstiftung, in der keine weiteren Medienbeteiligungen enthalten sind", so Eva Dichand.

Kein kartellrechtliches Problem

Diese Ansicht teilt offenbar auch die Bundeswettbewerbsbehörde. "Unsere Recherchen haben ergeben, dass keine der verschiedenen Konstellationen seit 2004 einen anmeldepflichtigen Zusammenschluss darstellte und somit zu keinem Zeitpunkt ein Zusammenschluss verboten durchgeführt wurde", heißt es in einem der APA vorliegenden Schreiben der Bundeswettbewerbsbehörde an den "Heute"-Verlag vom 7. Mai. Dies allein schon deshalb, da die Umsatzschwellen nicht erfüllt wurden, so die Behörde.

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Soll heißen: Es hätte auch kein kartellrechtliches Problem gegeben, wenn Hans Dichand hinter der Pluto Privatstiftung gestanden wäre, da es sich bei "Heute" um eine mediale Neugründung handelte. Laut Wettbewerbsbehörde liege auch inhaltlich kein mittelbarer Anteilserwerb - etwa durch Treuhandkonstruktionen - durch Hans Dichand oder von ihm gehaltene Unternehmen vor. "Vielmehr ist Fidelis seit Dezember 2005 treuhändisch für die Pluto Privatstiftung tätig."

Wahre Eigentümer der hinter "Heute" stehenden AHVV sind laut Bundeswettbewerbsbehörde "seit 2005 zu 74 Prozent die Pluto Privatstiftung und zu 26 Prozent die Periodika Privatstiftung". Dieser Sachverhalt "ist auch dem zuständigen Finanzamt seinerzeit mitgeteilt worden", heißt es in dem Schreiben weiter.

Finanzierung über Kredit

Die Finanzierung von "Heute" erfolgte laut Eva Dichand ausschließlich über einen Drei-Millionen-Kredit der Bank Austria. "Es gab keine weiteren Geldmittel von Außen, keine Garantien, keine Haftungen, außer über die beiden Eigentümer-Stiftungen. Und es gibt auch keine anderen Optionen, auf 'Heute' Einfluss zu nehmen, außer über die zwei Gesesellschafter-Stiftungen. Dass man mit diesen Fakten nicht schon früher an die Öffentlichkeit ging, habe mit "gewachsenen Strukturen" zu tun. Außerdem sei sie ohnehin auch bei der Treuhänderin Fidelis allein zeichnungsberechtigte Gesellschafterin gewesen, so Dichand.

Geschäftsführer Jansky ist nun gespannt, ob auch andere Medien dem "Heute"-Beispiel folgen werden. "Wir haben eine transparente Struktur mit zwei Eigentümern. Wir haben nichts zu verheimlichen und deshalb legen wir jetzt schon offen, obwohl wir erst am 1. Juli müssten. Wir werden genau beobachten, wie offen und transparent unsere Kritiker die Eigentumsverhältnisse ihrer Medien offenlegen werden."

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