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Festspiel-Skandal: Aufträge gegen Schmiergeld?

09.02.2010 | 10:06 |  (DiePresse.com)

Ein Unternehmer erhebt schwere Vorwürfe gegen die Salzburger Festspiele: Er habe Schmiergeld zahlen müssen, um Aufträge zu bekommen. Damit würden sich Gerüchte bestätigen, so die Festspielpräsidentin.

Die Affäre um die Salzburger Festspiele weitet sich immer mehr aus: Auch Schmiergeld soll geflossen sein. Ein Salzburger Unternehmer, der anonym bleiben will, sagte Montagabend im Interview mit der ORF-Sendung"Salzburg heute", er habe einem Mitarbeiter der Sommerfestspiele Schmiergeld zahlen müssen. Er habe bei einem Festspielmitarbeiter Körberlgeld zahlen müssen, um Aufträge zu bekommen oder zu behalten. Zuerst seien es nur erhöhte Trinkgelder gewesen, dann unverschämte Geldbeträge, berichtete der Unternehmer. Bei dem bestochenen Mitarbeiter handle es sich nicht um den entlassenen Technik-Direktor Klaus Kretschmer.

Die Salzburger Festspiele engagieren viele Fremdfirmen, um etwa die aufwendige Bühnentechnik bewerkstelligen zu können. Um diese Aufträge kümmert sich die technische Abteilung des Festivals. "Ich war seit langer Zeit - etwa 15 Jahren - Lieferant der Salzburger Festspiele in der Technik", schilderte der Unternehmer. "Es hat, glaube ich, nie Probleme gegeben. Auf jeden Fall ist mir nie etwas zu Ohren gekommen - weder dass ich zu teuer war noch zu unzuverlässig oder sonst irgendetwas. Ich habe mich auch immer bemüht, die Salzburger Festspiele so zu betreuen, wie es sich gehört."

Beträge steigerten sich

Allerdings habe es in den "letzten Jahren da einen Herrn gegeben, da war eine Auftragsvergabe schon immer mit einem - nennen wir es einmal so - ein bisschen erhöhten Trinkgeld verbunden". Die "erhöhten Trinkgelder" definierte der Unternehmer so: "Früher waren es einmal ein, zwei Hunderter für die Mannschaft oder einmal ein Fass Bier oder so etwas. Und dann hat ein gewisser Herr gewisse Rechte in der Firma bekommen", erinnerte sich der Unternehmer. "Und der ist unverschämt geworden. Die Größenordnung ist so gewesen, dass sie für mich nicht finanzierbar war. Und ich habe dann gesagt: Wir lassen das Ganze. Das ganze Geschäft war dann halt vorbei."

Die Gelegenheiten, bei denen der Festspielmitarbeiter mehr Geld verlangt habe, beschrieb der Unternehmer so: "Bei größeren Investitionen nicht, denn da sind sie ja meistens zu zweit oder dritt gewesen. Aber derjenige ist dann halt die nächsten paar Tage so rein zufällig bei mir vorbeigekommen. Und irgendwann bin ich einmal explodiert und habe gesagt, ich mag nicht mehr - aus, es gibt nichts. Von da an war ich weg", so der Unternehmer im Interview.

Rabl-Stadler: Bestätigung für Gerüchte

Festspielpräsidentin Helga Rabl-Stadler sagte dem ORF, sie sei froh darüber, dass sich endlich jemand gemeldet habe, der langjährige Gerüchte bestätige. Sie verwies auf den Kaufmännischen Direktor der Festspiele, Gerbert Schwaighofer, weil sie mit dem Bestellwesen nichts zu tun habe. Schwaighofer ist zurzeit allerdings auf Urlaub und zur Zeit nicht erreichbar.

 


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