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"Fuck the Pain Away": Punk und Porno auf der Bühne

09.02.2010 | 16:16 | Heide Rampetzreiter (DiePresse.com)

Das Theaterkollektiv Sequenz sorgt in der Drachengasse mit einer von Punk-Autorin Kathy Acker inspirierten Uraufführung für einen kurzweiligen Abend. "Fuck the Pain Away" ist ein humorvolles Ironiestück.

Natürlich gibt es bei "Fuck the Pain Away oder Punk is dead! Sex am Acker" im Theater Drachengasse einen Metallkäfig, Ketten und einen Stapel Autoreifen. Es ist ein Punk-Stück und dazu gehören eben auch ein paar passende Requisiten, wie auch die Netzstrumpfhosen, schwere Schuhe und Hosenträger über Tanktops zum Bühnenoutift. Das war's dann aber auch schon mit den offensichtlichen Punk-Plattitüden, denn das Theaterkollektiv Sequenz dreht und wendet Texte aus den Werken der US-Punk-Autorin Kathy Acker, und formt sie geschickt wiederholend zu einem humorvollen Ironiestück.

Als zentrales Element der Überdrehung fungieren Sex-Szenen: "Ich liebe es absolut zu ficken", heißt es mehrmals im Stück - es wird kindlich gesprochen und ernst, männlich und aufreizend a la Marilyn Monroe. Die drei Akteurinnen Dinah Pannos, Katrin Schurich und Ines Rössl wechseln Rollen und stellen alleine, zu zweit und zu dritt in seltsamen Verrenkungen absurd-komische Sex-Szenen dar, besteigen sich gegenseitig - mal als Mann, mal als Frau.

Auch die Geschichten changieren. Von einem Liebespaar ist mehrmals die Rede, vom Geld, der Langeweile, dem Schreiben und dem Lebenswunsch, Pirat zu sein: Der Schwertkampf wird zum Koitus, die Säbel zu Penissen - der humoristische Höhepunkt des Stückes.

"Die einzige Reaktion auf eine unerträgliche Gesellschaft ist gleichermaßen unerträglicher Unsinn", sagt eine der Figuren. Unerträglich ist 50 Minuten dauernde Unsinn (mit System) bei weitem nicht.

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