diepresse.com

Textversion
Home | Politik | Wirtschaft | Panorama | Kultur | Leben | Tech | Science | Sport | Bildung | Gesundheit | Rechtspanorama | Spectrum

Artikel drucken

Putin und Patriarchat wollen Pussy Riot schonen

03.08.2012 | 18:50 |  (Die Presse)

Der Präsident erklärt, er sei gegen eine hohe Strafe für die Musikerinnen – ein „Wendepunkt“ im Verfahren?

Wien/Moskau/Ag./Red. Unerwartet milde Töne in der Causa Pussy Riot schlug Russlands Präsident Wladimir Putin kurz vor seiner Abreise aus London an. Er persönlich denke nicht, dass die drei Aktivistinnen „streng bestraft werden müssten“. Putin verurteilte deren Kirchenauftritt zwar erneut, äußerte aber auch die Hoffnung, dass die Angeklagten aus den Folgen ihrer Aktion gelernt hätten.

Auch die orthodoxe Kirche gab sich gestern versöhnlich. Die Protestaktion der Musikerinnen in der Moskauer Erlöserkathedrale sei „sehr dumm und verletzend für die Gläubigen“ gewesen, sagte der Chefideologe des Patriarchats, Wsewolod Tschaplin. „Aber es ist auch eine Dummheit, darüber unendlich zu sprechen“, erklärte er. Er begrüßte Putins Worte, der sich gegen eine zu harte Strafe für die Kreml-Gegnerinnen ausgesprochen hatte. Tschaplin hatte zuvor eine „harte Bestrafung“ gefordert.

Der Verteidiger der drei angeklagten Frauen, Nikolaj Polosow, meinte, dass Putins Aussage auf einen „Wendepunkt“ im seit Montag laufenden Prozess hindeuten könnte. Zwar kritisieren Kreml-Gegner immer wieder die politische Einmischung in laufende Verfahren in Russland; die Äußerung Putins könne aber ein positives Signal sein, sagte Polosow.


Home | Politik | Wirtschaft | Panorama | Kultur | Leben | Tech | Science | Sport | Bildung | Gesundheit | Rechtspanorama | Spectrum

© DiePresse.com