Der Tod von Popstar Michael Jackson gibt weiter Rätsel auf. Sein Privatarzt Conrad Murray ließ am Sonntag über seinen Anwalt versichern, er habe dem "King of Pop" keine morphiumähnlichen Schmerzmittel verabreicht. Die Familie ist Medienberichten zufolge uneins, wo der Sänger beerdigt werden soll. Im Gespräch ist, aus Jacksons Neverland Ranch nach dem Vorbild der Elvis-Presley-Gedenkstätte eine Art Graceland zu machen.
Der angeblich medikamentensüchtige Star soll nach Angaben des Internetdienstes tmz.com kurz vor seinem Tod eine Spritze mit dem starken Schmerzmittel Demerol bekommen haben. Entsprechende Berichte seien "absolut falsch", sagte der Rechtsanwalt des Arztes, Edward Chernoff, nach Angaben der "Los Angeles Times" am Sonntag. Der Arzt Murray habe Jackson weder mit Demerol versorgt noch es ihm verschrieben.
Der Arzt betreute den Sänger seit Mai medizinisch und versuchte ihn nach seinem Zusammenbruch wiederzubeleben. Er stand der Polizei in der Nacht auf Sonntag Rede und Antwort. Einzelheiten der etwa dreistündigen Befragung wurden nicht mitgeteilt. Die Polizei erklärte nur, der Arzt sei kooperativ gewesen. Die Familie wirft Murray allerdings vor, ihr die Informationen über Jacksons letzte Stunden zu verweigern.
Magen auspumpen wegen Drogencocktails
Die Polizei hatte auf der Suche nach Beweismitteln für einen möglichen Medikamentenmissbrauch Murrays Auto beschlagnahmt. Ausdrücklich nannte sie den Kardiologen aber nicht verdächtig.
Eine frühere Angestellte des Popstars berichtete, sie habe dem Musiker wegen seiner gefährlichen Drogencocktails regelmäßig den Magen auspumpen müssen. "Es gab eine Zeit, da war es so schlimm, dass ich die Kinder von ihm fernhielt", sagte Grace Rwaramba der britischen "Sunday Times". Sie hat eigenen Angaben zufolge über ein Jahrzehnt für Jackson gearbeitet, zuletzt als Kindermädchen. Im Dezember 2008 war sie entlassen worden.
"Die Wahrheit muss noch herauskommen"
Die Familie des "King of Pop" ließ am Samstag überraschend eine zweite Obduktion machen. Ergebnisse wurden zunächst nicht bekannt. "Die Wahrheit muss noch herauskommen", sagte der Vater Joe Jackson. Zuvor war der Leichnam vom gerichtsmedizinischen Institut in Los Angeles freigegeben und auf Wunsch der Familie an einen geheim gehaltenen Ort gebracht worden. Einem Biografen des verstorbenen Musikers zufolge, strebt die Familie die Beisetzung Jacksons am Mittwoch an.
Einen bestätigten Zeitpunkt für die Beerdigung gab es auch drei Tage nach dem Tod des Megastars noch nicht. Laut "Los Angeles Times" hat die Familie mehrere Angebote, den Abschied mit einer Serie von großen Konzerten zu begehen. Die Zeitschrift "The Hollywood Reporter" berichtete, die Familie sei "gespalten und durcheinander". Vor allem die Brüder überlegten, wie sie möglichst viel aus "Jackos" Erbe machen könnten. Der Star war zwar massiv verschuldet, hinterlässt aber lukrative Musikrechte.