diepresse.com

Textversion
Home | Politik | Wirtschaft | Panorama | Kultur | Leben | Tech | Science | Sport | Bildung | Gesundheit | Rechtspanorama | Spectrum

Artikel drucken

Jackson: Der Kampf um Kinder und Erbe ist entbrannt

29.06.2009 | 17:55 |  (DiePresse.com)

Während der Tod des "King of Pop" weiter Rätsel aufgibt, beanspruchen Jacksons Eltern bereits das Sorgerecht für dessen Kinder. Die Vermarktungsmaschine rund um den toten Popstar ist ohnehin bereits in Gang gesetzt.

Keine vier Tage nach dem Tod von Popstar Michael Jackson ist der Kampf um sein Erbe entbrannt. Jacksons Mutter Katherine will das Sorgerecht für die drei Kinder. Gemeinsam mit ihrem Mann Joseph beansprucht sie auch die Kontrolle über Jacksons Vermögen. "Nur Katherine und ich haben die Vollmacht für unseren Sohn und seine Kinder", ließ der 79-jährige Vater laut "Los Angeles Times" vom Montag durch einen Sprecher erklären. Der Tod des legendären Sängers gibt derweil weiter Rätsel auf, die Vermarktungsmaschine läuft unterdessen langsam an. Und in Österreich entwickelte sich die am Freitag veröffentlichte Fünf-CD-Box "The Collection" zum Verkaufsschlager.

Für Erschrecken sorgte am Montag ein Bericht der britischen Zeitung "The Sun", wonach die Leiche Jacksons zahlreiche Narben und Verletzungen aufwies. Der Musiker hatte demnach bei seinem Tod nur teils aufgelöste Tabletten im Magen und wog bei einer Größe von 1,77 Metern knapp 51 Kilo. Das Boulevardblatt berief sich am Montag zwar auf Ergebnisse der Obduktion, schrieb allerdings nicht, wie es an die Informationen gelangte. Laut "Sun" trug der Sänger an seinem Todestag eine Perücke, unter der er stellenweise kahlköpfig war. Zudem habe die Leiche Verletzungen von den erfolglosen Wiederbelebungsversuchen sowie vier Einstichstellen von Spritzen aufgewiesen.

Arzt weist Schuld von sich

Der Privatarzt Conrad Murray, der die Wiederbelebung auf Jacksons Bett versucht hatte, berichtete überraschend von einem anfangs noch spürbaren Pulsschlag. Murrays Anwalt Edward Chernoff sagte, der Kardiologe sei am Todestag "zufällig" in Jacksons Zimmer gekommen und habe ihn ohne Atmung vorgefunden. "Er fühlte den Puls. Es gab einen schwachen Puls in seiner Oberschenkel-Arterie. Er hat sofort mit der Herzdruckmassage angefangen", sagte Chernoff. Zudem ließ der Arzt versichern, er habe dem Musiker keine morphiumähnlichen Schmerzmittel verabreicht. Jackson war am Donnerstag mit 50 Jahren überraschend an Herzversagen gestorben.

Kommt ein Streit um die Kinder?

Die drei Kinder Prince Michael (12), Paris (11) und Prince Michael II (7) werden seit Jacksons Tod von dessen Mutter Katherine betreut. "Michael hätte sich gewünscht, dass die Kinder zu ihr kommen. Sie liebt sie sehr", sagte der Anwalt der Familie, Londell McMillan. Allerdings könnte auch Jacksons Ex-Frau Debbie Rowe Anspruch auf die beiden älteren Kinder erheben, weil sie ihre leibliche Mutter ist. Die Mutter des kleinen Prince Michael II, der von einer Leihmutter geboren wurde, ist unbekannt.

Gerücht: Noch 100 unveröffentliche Songs

Auch um das Vermögen dürfte es ein größeres Gerangel geben. Zwar hat Jackson schätzungsweise rund 400 Millionen Dollar Schulden hinterlassen, seine hochkarätigen Musikrechte dürften aber um einiges mehr wert sein. Gerüchten zufolge sollen noch rund 100 Songs von Jackson unveröffentlicht im Safe liegen. Die Vermarktungsmaschine rund um Jackson ist ohnehin bereits in Gang gesetzt. Ein Live-Album über "Jackos" letzte Proben für die Konzertreihe und eine Welttournee zum Gedenken an den Popstar sind angeregt worden. Der Konzertveranstalter AEG Live, der bisher noch keine Angaben über die Rückgabe der Tickets für die Comeback-Auftritte in London gemacht hat, hatte sich die Exklusivrechte daran gesichert. Und auch die CD-Verkäufe waren am Wochenende sprunghaft angestiegen: "Wir müssen nachbestellen", hieß es etwa von der österreichischen Elektronik-Kette "Saturn".

Ein Termin für die Beerdigung wurde bisher nicht genannt. Spekulationen in den Medien, Jackson werde am Mittwoch beerdigt, wollte die Familie nicht bestätigen. Laut "Los Angeles Times" ist unter anderem im Gespräch, nach dem Vorbild der Elvis-Presley-Gedenkstätte aus seiner Neverland Ranch eine Art Graceland zu machen. Im traditionsreichen Apollo-Theater soll am Dienstag eine Gedenkfeier stattfinden.


Home | Politik | Wirtschaft | Panorama | Kultur | Leben | Tech | Science | Sport | Bildung | Gesundheit | Rechtspanorama | Spectrum

© DiePresse.com