Wie viel Pillen hat Michael Jackson wirklich eingenommen? Die Ermittlungen nach dem Tod des Popstars bringen laut dem Nachrichtensender CNN Erstaunliches an den Tag: Zehn bis zu (früher) 40 Tabletten des Schlafmittels Xanax pro Tag. Sowie den Einsatz des OP-tauglichen Beruhigungsmittels Diprivan.
Der Los Angeles Times zufolge forderte die Gerichtsmedizin L. A. inzwischen sämtliche Krankenakten des Sängers von seinen Ärzten an. Ein vertrauliches Dokument, das die Polizei von Santa Barbara 2004 nach Vernehmungen von Jacksons Personal erstellt hatte (damals in Vorbereitung des Prozesses wegen sexuellen Missbrauchs von Minderjährigen) zeichnet ein düsteres Bild der Medikamentenabhängigkeit des Sängers:
Demnach besorgten Angestellte unter ihrem Namen Medikamente für Jackson. Nach Besuchen bei Ärzten hätte er „wie auf Drogen“ gewirkt. Im Dokument werden auch fünf Ärzte genannt. Die zentrale Frage dabei ist, wer genau ihm das starke Beruhigungsmittel Diprivan verschaffte. Das Mittel, das bei Operationen als Betäubungsmittel eingesetzt wird, war nach Jacksons plötzlichem Herzstillstand am 25. Juni in seiner Villa in Los Angeles gefunden worden. Sein Leibarzt Conrad Murray hatte den Vorwurf, er habe seinem prominenten Patienten Diprivan verabreicht, stets zurückgewiesen.
Gerätselt wird auch, wie sehr die Medikamente den Körper des Fünfzigjährigen veränderten. CNN schildert die Leiche als Wrack: Flaum statt Haare, vernarbte Venen, ausgemergelter Körper und schneeweiße Haut – was wiederum die Gerüchte nährt, Jackson habe doch unter der Hautkrankheit Vitiligo gelitten.
Apropos Gerüchte: Der Polizeichef von Los Angeles, William Bratton, zieht auch Mord als Todesursache in Betracht. Ob es ein Tötungsdelikt oder eine versehentliche Medikamenten-Überdosis war, werde, so Bratton, aber erst die Autopsie klären. Die toxikologischen Untersuchungen sollen in zwei Wochen abgeschlossen sein. Offen ist auch noch die Frage der letzten Ruhestätte: Im Gespräch ist nach wie vor die „Neverland“-Ranch im Santa Ynez Valley, die inzwischen zum Großteil Milliardär Thomas Barrack gehört und ähnlich wie Graceland zu einer Pilgerstätte für Fans ausgebaut werden könnte.