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Jackson: Polizei ermittelt wegen fahrlässiger Tötung

23.07.2009 | 09:16 |  (DiePresse.com)

Der Hausarzt von Michael Jackson steht im Zentrum der Ermittlungen: Mehr als zwei Dutzend Polizisten durchsuchten die Klinik des Mediziners. Sie seien auf der Suche nach Beweisen für "fahrlässige Tötung", so der Anwalt des Arztes.

Die Ermittlungen zum Tod von Michael Jackson gehen in Richtung "fahrlässige Tötung". Das ging am Mittwoch aus einer Mitteilung des Anwalts Edward Chernoff hervor, der den Privatarzt des Sängers, Conrad Murray, vertritt. Der Kardiologe gilt als eine Schlüsselfigur bei den Ermittlungen über die Umstände von Jacksons Tod am 25. Juni.

Die Polizei von Los Angeles und Ermittler der US-Drogenbekämpfungsbehörde (DEA) haben die Klinik Murrays nach Hinweisen auf fahrlässige Tötung durchsucht. Mehr als zwei Dutzend Ermittler von Drogenbehörde und Polizei waren an der Aktion in der Praxis Murrays im texanischen Houston dabei. Chernoff teilte anschließend mit, die Beamten suchten Beweise "für das Vergehen fahrlässige Tötung".

Computer und Akten beschlagnahmt

Die Ermittler beschlagnahmten bei der etwa zweieinhalbstündigen Durchsuchung eine "forensische Aufnahme" von einer Computer-Festplatte sowie 21 Dokumente, teilte Murrays Anwalt mit. Chernoffs Sprecherin hatte gesagt, die Kanzlei sei von der Durchsuchung überrascht worden. Die Ermittler hätten nach Unterlagen und nicht nach Medikamenten gesucht, erklärte Sevcik, ohne weitere Einzelheiten zu nennen.

Die Beamten hatten aufgrund vorläufiger Autopsieergebnisse einen Durchsuchungsbefehl für Jacksons Patientenakten. Auch die zweite Autopsie hat Medienberichten zufolge Hinweise auf das potenziell tödliche Narkosemittel Propofol ergeben.

Arzt: Zeuge, kein Verdächtiger

Chernoff sagte, Murray sei selbst an einer Aufklärung interessiert und arbeite mit den Ermittlern zusammen. Dessen Beschreibung der letzten Tage in Jacksons Leben beweise, dass den Kardiologen keine Schuld treffe. Murray habe dem Popstar keine Medikamente verabreicht, die zu dessen Tod geführt hätten, erklärte der Anwalt. Daher sei der Arzt frustriert über eine negative Berichterstattung, die dazu geführt habe, dass er rund um die Uhr von einem Leibwächter geschützt werden müsse, belästigt werde und nicht in seiner Praxis arbeiten könne.

Der Arzt hatte sich zum Zeitpunkt von Jacksons Tod in dessen Haus aufgehalten und vergeblich versucht, den Sänger wiederzubeleben. Jacksons Vater Joe hat schwere Vorwürfe gegen Murray erhoben. Die Ermittler haben Murray bereits zweimal vernommen, aber betont, dass dieser als Zeuge und nicht als Verdächtiger gelte.

Krankenschwester vorgeladen

Auch eine Krankenschwester, die im Jänner Jacksons Kinder behandelt hatte, erhielt am Mittwoch von der Gerichtsmedizin eine Vorladung, berichtete der Internetdienst "Tmz.com". Kürzlich hatte Cherilyn Lee dem Sender CNN erzählt, der Popstar habe sie um ein starkes Schlafmittel gebeten. Eigenen Angaben zufolge verweigerte sie aber ihm das Mittel.

Der "King of Pop" war am 25. Juni im Alter von 50 Jahren unerwartet an Herzversagen gestorben. Auslöser war vermutlich eine Überdosis Medikamente.

 


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