Der Auftakttag des 29. Wiener Donauinselfests hat am Freitag rund 800.000 Besucher angelockt. "Es war sensationell", zog eine Sprecherin Freitagnacht Bilanz. Zudem sei alles ruhig verlaufen, es habe keine gröberen Vorkommnisse gegeben. Laut Polizei und Rettungskräften hat es kaum Probleme gegeben. Erfreut zeigte sich die Sprecherin über das Wetter: "Es war das perfekte Festivalwetter. Besser hätte es nicht sein können."
Publikumsmagnet war vor allem die deutsche Band Unheilig. Zigtausende Besucher fanden sich am Freitagabend vor der Festbühne ein, um der Gruppe rund um den Musiker Der Graf zu lauschen. Der Andrang war teilweise so groß, sodass es auf dem Stage-Gelände kaum noch Platz gab. Für Flair beim Auftritt sorgte die Bühnendekoration, es brannten Dutzende Kerzen. Der Graf kommentierte die Begeisterung schließlich mit dem Wort "Wahnsinn".

Teils ausgestattet mit entsprechenden Fanshirts und natürlich Digi-Cams sicherten sich die Fans Stunden vor den Auftritten die besten Plätze in den ersten Reihen.
Fans kamen in Lederhosen
Hubert von Goisern trat unter "Hubert"-Sprechchören auf die Bühne. Der Austro-Alpenrocker mit Hang zu weltmusikalischen Einsprengseln war kürzlich wieder mit "Brenna tuats guat" in den heimischen Charts vertreten. Diesen Hit gab er auch heute zum Besten. So manch ein Besucher war sogar dem musikalischem Anlass entsprechend gekleidet und trug Lederhose.
Kreischalarm gab es beim britischen Sänger James Morrison, der Hitparadenerprobtes wie "I Won't Let You Go" darbot. Vor allem die weiblichen Fans im Publikum sangen bei seinen Nummern lautstark mit.
Harte Klänge von der Rockbühne
Viel los war am Freitagabend nicht nur auf der Festbühne, sondern auch anderorts. Härtere Klänge ertönten dabei von der Rockbühne: Dort gab es einen stimmgewaltigen Auftritt von Beth Edges. Auf der Schlager- und Oldiesbühne brachten Schmusesänger Nino de Angelo und der zweifache Eurovision-Song-Contest-Gewinner Johnny Logan die Menge zum Schunkeln.
Vorwiegend junge Festbesucher fanden sich vor der Radio Energy-Bühne ein. Sie tanzten dort zu fetzigen Rhythmen. Am DJ-Pult standen u.a. Chucki & MC Ambush sowie BekToBek. Viel zu lachen gab es im Ö1-Kulturzelt u.a. bei Günther Paal alias Gunkl mit "Erheiterndes und Wissenswertes in loser Schüttung".
Keine Konflikte mit der Fußball-EM
Die offizielle Eröffnung des Donauinselfests erfolgte um 18 Uhr via Videobotschaft von Bürgermeister Michael Häupl, die auf allen Bühnen übertragen wurde. Insgesamt werden bei dem drei Tage dauernden Freiluftspektakel rund 2000 Künstler auftreten.
Vor dem Festival war von manchen befürchtet worden, dass aufgrund der gleichzeitig stattfindenden Spiele der Fußball-EM die Besucher ausbleiben würden. Projektleiter Sascha Kostelecky teilte diese Angst nicht: "Ich glaube, wir haben so ein gutes musikalisches Programm, da habe ich keine Sorgen, dass die Leute ausbleiben." Die Fußballspiele der EM werden auf dem Festgelände nicht übertragen.