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Gault Millau kürt die vier üblichen Verdächtigen

04.11.2009 | 18:20 | >>STADTMENSCHEN VON MIRJAM MARITS (Die Presse)

Der Restaurantführer "Gault Millau 2010" listet wieder Reitbauer, Obauer, Maier und Eselböck an der Spitze. Neu in der Dreihaubenliga: Die gebürtige Südkoreanerin Sohyi Kim.

Der Winter kann kommen“, stand im SMS von Sohyi Kim. „Ich habe drei Hauben.“ Damit darf sich Kim zu den Gewinnern im „Gault Millau 2010“ zählen. Der Restaurantguide wurde gestern, Mittwoch, im „Do & Co“ in Wien präsentiert, Kabarettist Florian Scheuba las zur Einstimmung skurrile Passagen aus alten Gault-Millau-Führern vor.

Die Tester von Österreichs bekanntestem Restaurantführer vergaben für Kims Lokal „Kim kocht“ 17 Punkte, um einen mehr als im Vorjahr, womit die gebürtige Südkoreanerin in die Dreihaubenliga aufgestiegen ist.

Immerhin. Der Sprung von 16 auf 17 Punkte gilt nämlich als besonders schwierig. Quasi aus dem Stand heraus sind auch Didi Dorner 17 Punkte gelungen: Nachdem Gault Millau die Bewertung für sein „Restaurant Didi Dorner“ im obersteirischen Stainach im Vorjahr wegen Umzugs bzw. Neueröffnung ausgesetzt hatte, hat Dorner seine drei Hauben wieder zurück.

Während es im guten Mittelfeld so manche Auf- (das „Stadtgasthaus Eisvogel“ zum Beispiel) und Abwertung (das „Imperial“ in Wien etwa hat eine seiner zwei Hauben verloren) gibt, hat sich ganz oben an der Spitze – wie schon kürzlich bei der Restaurantführerkonkurrenz „A la carte“ – wenig getan. Soll heißen: Vier Hauben (und jeweils 19 von 20 Punkten) bekamen dieselben vier Köche wie im Vorjahr: Heinz Reitbauer mit seinem „Steirereck“ im Stadtpark, Johanna Maier mit ihrem „Gasthof Hubertus“ (Filzmoos), die Brüder Rudi und Karl Obauer in Werfen sowie Walter und Eveline Eselböcks „Taubenkobel“ in Schützen. Die (theoretische) Höchstwertung, 20 Punkte, hat – auch das hat bei „Gault Millau“ Tradition – wieder kein einziger Koch erreicht.

Wie ganz allgemein die Lokale nicht übermäßig beeindruckt haben. „Die Tendenz, überall das Gleiche zu kochen“, schreibt Herausgeber Karl Hohenlohe im Gault Millau, „nimmt in erschreckendem Maße zu.“ Ob es nun an der Wirtschaftskrise oder „grundsätzlicher Fantasielosigkeit“ liegen mag: „Wir bemerkten heuer erstmals drohende Langeweile unter den Testern.“

Der eine oder andere Niveauunterschied im Vergleich zum Vorjahr ist den Testern aber trotzdem aufgefallen: So hatte Toni Mörwald, glaubt man Gault Millau, kein so gutes Jahr. Während er sich im Vorjahr zu den Gewinnern zählen durfte, wurden ihm heuer wieder Punkte aberkannt. Sein „Kloster Und“ und „Mörwald Toni M.“ büßten je einen Punkt ein.

Erstmals hat Gault Millau auch Lokale in Budapest, Bratislava und Prag getestet. Die kulinarische Lage dort, sagte Hohenlohe am Mittwoch, sei ein bisschen so wie in Österreich vor 30 Jahren. Dennoch befand man insgesamt 25 Lokale für haubenwürdig.


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