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Schwarzenegger: Der Terminator ist 65 - und zurück

29.07.2012 | 18:34 | von Mirjam Marits (Die Presse)

Der steirische Weltstar wird am Montag 65 Jahre alt und hängt im Pensionsalter noch eine zweite Karriere als Schauspieler an. Eine Vorzeige-vom-Tellerwäscher-zum-Millionär-Karriere.

Es war einer der wenigen Momente in seinem (öffentlichen) Leben, in denen keiner der von ihm exzessiv gepflegten „I'll be back“-Einzeiler passte: Vor etwas mehr als einem Jahr nämlich, als Arnold Schwarzenegger öffentlich zugeben musste, seine Frau Maria Shriver mit der ehemaligen Haushälterin betrogen und mit ihr einen (heute 15-jährigen) Sohn gezeugt zu haben. Shriver reichte die Scheidung ein, ein schwarzer Fleck, vielleicht der größte in seinem Weltstarlebenslauf.

Ein paar Wochen später war er, wie wohl die Medien noch immer genüsslich Details aus der Affäre ausweideten, dann wieder ganz der Alte. Die Kunstfigur Schwarzenegger funktionierte wieder, als der Steirer, wie fast jedes Jahr, seiner alten Heimat einen Kurzbesuch abstattete. Und wie fast jedes Jahr hyperventilierte die halbe Nation vom Bundeskanzler abwärts, weil der Heimat großer Sohn – ja, der größte noch lebende Sohn vermutlich, gemessen an Bekanntheit und Erfolg – wieder da war. Diesmal, um im kleinen Thal bei Graz das ihm gewidmete Museum zu eröffnen.

Am 29. Juli wurde Schwarzenegger 65 Jahre alt; über die unschöne Affäre sieht man gnädig hinweg, zu groß ist die Bewunderung immer noch, dass es einer wie er, der Gendarmensohn aus dem kleinen steirischen Kaff, in den fernen USA geschafft hat. Eine Vorzeige-vom-Tellerwäscher-zum-Millionär-Karriere, ein Beispiel, wie man es mit Willenskraft, Ausdauer und harter Arbeit ganz nach oben schaffen kann.

Weil das so wenigen, gerade in Österreich, in einer derart übergroßen Dimension gelingt, zählt auch die Vita der „steirischen Eiche“ zum nationalen Allgemeinwissen: 1967 jüngster „Mister Universum“, insgesamt sollte er als Bodybuilder sieben Mr.-Olympia- und fünf Mr.-Universum-Titel schaffen. Jahrzehnte später gab er zu, damals Anabolika genommen zu haben.

1968 zog er in die USA, wo er erst als Immobilienhändler (das ist, weil nicht sehr glamourös, eher vergessen), dann als B-Movie-Darsteller (als „Arnold Strong“) arbeitete, nebenbei Betriebswirtschaft studierte und in den 1980ern mit „Conan der Barbar“ als Schauspieler weltberühmt wurde. Es folgen zahlreiche Filme, intellektuelle Glanzstücke waren sie nie, dafür oft außerordentlich erfolgreich („Terminator“, 1984). Seine großen Defizite wandelte Schwarzenegger dabei in seine Stärken um: Das nüchtern betrachtet schreckliche Englisch mit dem unauslöschbaren steirischen Einschlag („Aaahnold“) und das nicht übertrieben vielseitige Mienenspiel wurden seine einzigartigen Markenzeichen.

Viele Worte waren seine Sache nie, die wenigen Sager sind dafür so plakativ wie unvergesslich. „We will clean house“ ist einer davon, ein Versprechen das er, einen Besen schwingend, im Gouverneurswahlkampf versprach.

Auf die Trennung zwischen Film-/Kunstfigur und echtem Leben legte Schwarzenegger keinen Wert, im Gegenteil: Er zelebriert sie immer noch. Noch heute beendet er keinen Auftritt ohne Zitate aus dem Film („I'll be back“, „Hasta la vista, baby“). Immer noch weiß er, was die Leute von ihm hören wollen. „Auch ihr seid zu Weltstars geworden!“, rief er heuer im Jänner den Bewohnern des burgenländischen Güssing zu, als er das dortige Ökostadt-Modell als deklarierter Umweltschützer besuchte. Als Vorreiter in Sachen Umweltschutz konnte er sich auch in seiner Zeit als Gouverneur (2003 bis 2010) verkaufen, insgesamt fällt seine politische Bilanz nicht ganz so positiv aus, zu groß ist das Haushaltsloch, das er hinterließ. Sogar die Heimat Österreich reagierte verschnupft, als er einen zu Tode verurteilten Mann nicht begnadigte. Auch darüber hat man in der Heimat längst hinweggesehen. Hauptsache, der Arnold kommt wieder.

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Und das tut er, bald sogar. Nächste Woche (ab 8.August) wird er in der Steiermark ein Promovideo für seine Autobiografie drehen, die im Oktober erscheint. Zudem stehen Werbeauftritte an: Denn Schwarzenegger ist – wieder einmal – „back“ und hat sich für eine zweite Schauspielkarriere entschlossen. In den nächsten Monaten wird man ihn in mehreren Filmen sehen. Den Auftakt macht „The Expendables 2“, eine Art Klassentreffen der 1980er-Actionhelden (Stallone, Willis, Van Damme), der Ende August anläuft. Für das Filmplakat posiert Schwarzenegger mit Maschinengewehr und Patronengürtel, der kalte, selbstbewusste Terminator-Blick geht auch im Pensionsalter noch durch. Künstliche Hüfte hin, neue Herzklappe her.

Mit 65 gibt sich Schwarzenegger zudem bescheiden. „Ich bin kein Übermensch,“ schreibt er im Vorwort zum Museumskatalog, „nur einer, der sich sehr früh große Ziele gesetzt hat.“ Und diese auch erreicht hat.

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