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Die Pleite des Herrn Cage

03.11.2009 | 18:46 | >>WELTMENSCHEN VON MIRJAM MARITS (Die Presse)

Vor kurzem zählte Nicolas Cage noch zu den Top-Ten-Verdienern Hollywoods - nun werden seine Häuser zwangsversteigert. Seit 2002 hat er 6,3 Millionen Euro Steuerschulden und nicht bezahlte Hypotheken angehäuft.

Es tröstet ihn vermutlich wenig, aber Pamela Anderson ist es auch passiert, Starfotografin Annie Leibovitz ebenso. Beide haben einen millionenschweren Schuldenberg angehäuft. Und Schauspieler Michael Douglas hat erst kürzlich in einem Interview gestanden, dass er „unglaublich viel Geld“ mit unklugen Aktienspekulationen verloren hat.

Nicolas Cage, dessen Vater August Coppola noch dazu eben an einem Herzinfarkt gestorben ist, dürfte es aber noch schlimmer als die drei Genannten erwischt haben. Die Steuerschulden, die der Schauspieler seit 2002 in den USA nicht bezahlt hat, belaufen sich mittlerweile auf 6,3 Mio. Euro, weiters hat er auch nicht bezahlte Hypotheken angehäuft. Mittlerweile ist seine finanzielle Lage offenbar dramatisch: Nächste Woche werden seine zwei Villen in New Orleans zwangsversteigert. Auch seine Anwesen in Kalifornien und Las Vegas lässt der 54-jährige Schauspieler verkaufen, berichtet das „People“-Magazin.

Und sollte das alles nicht genug Geld einbringen: Es gebe noch viel mehr zu verkaufen. Denn seine Leidenschaft für prunkvolle Immobilien hat Cage über die Jahre eine nicht gerade bescheidene Kollektion an Schlössern und Häusern anhäufen lassen. Bis vor Kurzem besaß er Anwesen in Kalifornien, England, auf den Bahamas, u.a. sogar in der deutschen Oberpfalz. Lange Zeit hatte er auch das nötige Geld dafür. Das Magazin „Forbes“ führte ihn 2008 sogar noch unter den Topverdienern Hollywoods. Zwischen Juni 2007 und Juni 2008 bekam er laut „Forbes“ 38 Millionen Euro Gage – nur sieben Schauspieler (darunter Will Smith, Johnny Depp) verdienten noch mehr. Seine Filmprojekte – neben dem aktuellen Film „Bad Lieutenant“ ist Cage in gleich drei anstehenden Produktionen fix gebucht – dürften ihm auch die eine oder andere millionenschwere Überweisung auf sein Konto bringen.

Vom Finanzberater zum "finanziellen Ruin" gebracht

Und doch ist das offenbar nicht genug. Vermutlich hat Cage seine Begeisterung für schicke Häuser ein wenig zu intensiv ausgelebt – und dabei nicht immer klug investiert. Seine eigene Schuld ist das nicht, findet Cage. Vielmehr habe ihn sein langjähriger Finanzberater Samuel J. Levon zu riskanten Immobiliengeschäften verleitet. Und nebenbei seine eigenen Taschen „mit einigen Millionen Dollar Gebühren gefüllt“, während er den Hollywoodstar „auf den Weg zum finanziellen Ruin brachte“, wie Cages Anwalt sagt. Was dem Schauspieler erst relativ spät aufgefallen sein dürfte. Nun fordert er von Levon vor Gericht 20 Millionen Dollar zurück, Prozessauftakt war im Oktober. Bis Cage – sofern Levon überhaupt verurteilt wird – an sein Geld kommt, wird es aber noch dauern: Der Prozess wird erst im Februar 2010 fortgesetzt.

Zu den überstürzten Immobilienkäufen dürfte auch Schloss Neidstein gehört haben, das Cage vor drei Jahren kaufte. Groß war die Aufregung in Bayern, als der prominente neue Besitzer ankündigte, er wolle samt Familie – seiner dritten Frau Alice Kim und dem gemeinsamen Sohn Kal-el – gar fix herziehen. Im heurigen April verkaufte er die Anlage überraschend wieder, angeblich mit deutlichen Verlusten. Gewohnt hat er darin nie. „Aufgrund der schwierigen Wirtschaftslage konnte ich es leider nicht halten“, sagte er damals. Und seiner Familie habe es sowieso „nicht sonderlich gut gefallen“.

Wenige Wochen zuvor hatte er, ebenfalls mit großen Verlusten, sein Haus in L.A. und sein Schloss im englischen Somerset verkauft.

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