diepresse.com

Textversion
Home | Politik | Wirtschaft | Panorama | Kultur | Leben | Tech | Science | Sport | Bildung | Gesundheit | Rechtspanorama | Spectrum

Artikel drucken

Österreich hat laut Tests die besten Raststätten Europas Allerdings: Die Preise sind doppelt so hoch wie im Laden

18.08.2012 | 17:57 | von ERICH KOCINA (Die Presse)

Die Raststätte Wörthersee belegte in einem Test von 65 Stationen in 13 europäischen Ländern den ersten Platz, auch alle anderen getesteten Raststationen erhielten das Gesamturteil „Gut“.

„Wir sind Raststätte“ könnte sich Österreich wohl auf die Fahnen schreiben. Zumindest legen das die Ergebnisse eines Raststättentests nahe, die vor wenigen Wochen präsentiert wurden. Denn im Vergleich von 65 getesteten Raststationen und Autohöfen in 13 europäischen Ländern belegten zwei österreichische Stationen die ersten beiden Plätze. Die Raststation Wörthersee an der Südautobahn siegte im „Eurotest“, der von mehreren Autofahrerklubs durchgeführt wurde, vor der Station Guntramsdorf. Auch die weiteren fünf getesteten Stationen in Österreich erhielten das Gesamturteil „Gut“.

Die Pluspunkte der heimischen Stationen sind laut ÖAMTC „appetitlich angerichtete, schmackhafte Gerichte, serviert von freundlichem und hilfsbereitem Personal“, und auch die Sanitäranlagen seien fast durchgehend in tadellosem Zustand. Lediglich die hohen Preise wurden von den Testern bemängelt – bei gängigen Artikeln wie Wasser, Cola oder Schokoriegeln muss man häufig das Doppelte des normalen Ladenpreises bezahlen.

Ein gutes Geschäft sind die Raststätten in jedem Fall – vor allem in den Sommermonaten, wenn viele Urlauber mit dem Auto unterwegs sind. Knapp 50 Millionen Euro setzt die Kette Landzeit mit ihren 16 Standorten jährlich um, gefolgt von Rosenberger mit 40 Millionen auf insgesamt 19 Standorten. Der Name Rosenberger steckt indes hinter beiden Ketten – im November 1972 eröffnete Heinz J. Rosenberger bei St.Pölten das erste Restaurant mit Direktanbindung an eine Autobahn und baute in der Folge ein ganzes Raststättenimperium auf. Nach dem Tod des Firmengründers im Jahr 1999 kam es nach internen Differenzen zur Aufspaltung – Sohn Kris Rosenberger führt nun eine Hälfte unter seinem Familiennamen weiter, sein Cousin Wolfgang Rosenberger verzichtete auf die Marke und baute Landzeit zum Marktführer auf. Rosenberger setzt auf Familientradition und das Konzept des Marktrestaurants, Landzeit wiederum baut auf Innovation und sieht seine Restaurants zunehmend als Gourmet-Marktplatz.

Der dritte große Player ist die italienische Kette Autogrill, die 15 Standorte an Autobahnen betreibt. Dazu kommen Anbieter wie Oldtimer mit vier Standorten, Marché mit drei und einige kleinere Betriebe, die sich den Markt auf Österreichs Autobahnen aufteilen. Insgesamt hat der ÖAMTC derzeit 89 Raststationen in seiner Datenbank aufgeführt.


Geld für die Toilette. Eines der umstrittensten Themen rund um die Raststätten ist indes der Zugang zu den Toiletten – jahrelang tobte der Streit, ob die Betreiber die Gäste dafür zur Kasse bitten dürfen. Zuletzt gab es hier allerdings eine richtungsweisende Entscheidung: Das Oberlandesgericht Wien entschied, dass das kleine Geschäft nichts kosten darf, Autofahrer müssen Tankstellen-WCs gratis nutzen dürfen. Allerdings: Freiwillig darf man weiter dafür bezahlen.


Home | Politik | Wirtschaft | Panorama | Kultur | Leben | Tech | Science | Sport | Bildung | Gesundheit | Rechtspanorama | Spectrum

© DiePresse.com