Hitzepol. „Die Elektrosauna ist ein Eierschwammerl, die Holzofensauna ein Herrenpilz und die Rauchsauna eine Trüffel“ – so antworten gebürtige Finnen, wenn man sie in Österreich nach der idealen Sauna befragt.
Architekt Markku Hyttinen hält es da mit der jahrhundertealten Tradition. Er hat Saunabrauch und -bau von klein auf inhaliert und entwirft Saunen gern großzügiger, als sie seinen Landsleuten im Allgemeinen privat zur Verfügung stehen: nicht im Keller, sondern im ersten Stock, mit Aussicht und ganz geräumig. Zwei mal zwei Meter bei 2,30 Meter Raumhöhe sei für eine kleine Sauna ideal: „Man rechnet ähnlich wie bei einem Essplatz. 60 Zentimeter pro Sitz. Dann könnten da bequem drei Leute sitzen. Oder eng befreundet – vier.“ Die Qualität einer klassischen Sauna stehe und falle mit den Höhen: hinsichtlich Zu- und Abluft sowie der Pritschen, erklärt Hyttinen. Für die Innenflächen könne man einheimische Nadelhölzer verwenden, bei den Pritschen hochwertiges, möglichst leichtes Laubholz. Auch die Investition in einen guten Ofen zahle sich aus.
Transparenz und Lamellen
In Finnland gehört die Sauna in jedes Haus, in Österreich ist sie ebenfalls im Vormarsch – vom Keller hinauf in die Badezimmer und Wohnräume. Designlastige Einbauten leisten dabei massiv Vorschub: Martin Bergmann, Gernot Bohmann und Harald Gründl vom Designtrio Eoos entwickelten für den Badhersteller Duravit eine lichte Box namens „Inipi“, nach dem Namen der Lakota-Indianer für „Schwitzhütte“. Die hintere Glaswand ist mit LED-Leisten ausgestattet, die Frontscheibe ebenfalls transparent. Im Zuge des Schaffensprozesses war auch die Qualität der Körperhaltungen beim Aufenthalt in der Sauna ein Thema. Gründl hatte intensiv geforscht, inwieweit bestimmte Haltungen, kombiniert mit entsprechender Konzentration, helfen, in andere Bewusstseinsebenen zu kommen. „Das ist aber persönlicher Geschmack“, räumt er ein.
In Kürze wird der deutsche Innenarchitekt Nik Schweiger seine Saunainnovation für die österreichische Firma Klafs präsentierten. Die „Biorhythm Sauna Private Edition“ scheint wie aus einem Holzblock gefräst. Den Innenraum umlaufen Holzlamellen, die organische Formen bilden – Liegen, die sich dem Körper anzupassen scheinen. Von außen rankt sich Kletterpflanzendekor über die exklusive Kabine. Zum Schwitzen in limitierter Auflage quasi. Mad/Jauk