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Sicherheit: Auf Biegen und Brechen sicher

20.11.2009 | 18:39 | von Anna Neubauer (Die Presse)

Wenn die Tage kürzer werden, gibt es mehr Einbrüche in Wohnung und Haus. Doch man kann sich vor ungebetenem Besuch schützen – mit dem nötigen Equipment.

So wohlig warm können die Socken gar nicht wärmen, als dass man nicht eine Gänsehaut bekäme. So sicher kann das Schloss gar nicht schließen, als dass man es nicht noch einmal kontrolliert. War da nicht ein Schatten vorm Fenster? Ein Knacksen an der Tür? Selbst wenn der Rundgang auf leisen Sohlen keinen Einbrecher entlarvt, bleibt die Angst vor dem Verschwinden des Laptops, dem leeren Tresor, dem zerwühlten Kasten: Jeder zehnte Österreicher fürchtet sich einer OGM-Studie zufolge vor Einbrechern mehr als vor dem Tod. Besonders am Abend: Denn speziell, wenn es finster wird, rücken die Ganoven verstärkt aus.

Laut Karl Heinz Bradavka, Berufsgruppenobmann der Alarmanlagenbauer der Wirtschaftskammer, passieren deshalb die meisten Einbrüche von Oktober bis Februar – übrigens nicht in der Nacht, sondern von 16 bis 21 Uhr, dann, wenn es dunkel wird und (noch) niemand im Haus ist. Warum das so ist? Bradavka: „Am Nachmittag kann der Dieb unter anderem unbekümmert mit einer Leiter spazierengehen, um drei Uhr früh fällt er auf.“

 

Wenn die Alarmglocken klingeln

Sorgen hin, Sorgen her: Man kann der Angst vor Einbrüchen durch entsprechendes Equipment an Haus und Wohnung durchaus einen Riegel vorschieben. Alles ist besser als nichts, 100 Prozent Sicherheit gibt es aber nicht, so Bradavka. Während man früher Burgen baute, werde heute das eigene Haus verriegelt, verkabelt und gesichert, sagt er.

Der Klassiker in der Haussicherheitstechnik ist und bleibt die Alarmanlage. Funk liegt bei den Geräten im Trend, aber auch die Videoaufnahmefunktion. Uneingeschränkte Sicherheit bieten sie allerdings nicht unbedingt: Die Diebe sind meist auf dem technisch neuesten Stand, können Programme entschlüsseln und ausschalten. Außerdem sind Funkanlagen laut Bradavka störanfällig. Er empfiehlt daher eine sogenannte Hybridanlage, die auch dann funktioniert, wenn der Funk ausfällt. Und noch etwas ist bei der Alarmanlage eher nicht vorteilhaft: Jede Videoüberwachung müsste eigentlich von Gesetzes wegen genehmigt werden – was in der Praxis kaum passiert. Unkomplizierter ist ein Schaltcomputer, der die Lichter im Haus automatisch an- und ausschaltet und somit die Täter täuscht.

Doch bevor man zur elektrischen Variante greift, sollte man das Haus an sich genau prüfen, um mögliche Gefahrenquellen zu entschärfen. Größter Schwachpunkt laut Alfred Riha von der gleichnamigen Firma sei das Fenster. Rollläden können hier Abhilfe schaffen, neuerdings gebe es diese auch schon in elektronischer Form: Nähert sich ein Einbrecher dem Haus, fahren sie hinunter, der Hausbesitzer kann dies mit Hilfe eines Codes verhindern. Und auch Scherengitter (zum Zusammenfalten) vor den Fenstern können Langfingern den Einstieg ins Haus erschweren.

 

Mit Panzerglas bleibt jeder draußen

Neben all diesen Maßnahmen darf nicht auf eine sichere Tür vergessen werden – denn 70 Prozent aller Einbrüche passieren laut Riha über die Haustür. Wie viel eine einbruchsichere Variante kostet? Ab 1200 Euro sei man mit der günstigsten Ausführung dabei, im Schnitt müsse man mit 2000 Euro rechnen. Gerhard Klein, Chefinspektor der Kriminalprävention Wien, betont, dass die Türen der „Ö Norm B 5338“ entsprechen sollten. Das heißt: Widerstandsklasse 3, ummantelter Türstock, Sicherheitsbeschlag und Mehrfachverriegelung. Wem das noch nicht genug ist, kann sich eine Tür, etwas aus Aluminium, einbauen lassen – mit Panzerglas und verschiedenen Klebern, die es für Diebe fast unmöglich macht, durch das Glas zu kommen. Kostenpunkt: 5000 Euro.

Auch der Einbau von Schlössern lohnt sich, insbesondere jener von Balkenschlössern, die im Innenbereich befestigt werden. Rihas bester Kunde kann gar nicht genug davon bekommen: Alle zwei Monate tauscht er eines seiner vier Schlösser aus, sicherheitshalber ...


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