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Nicht schon wieder ein Israel-Bericht!

27.10.2009 | 18:49 | HELMAR DUMBS (Die Presse)

Wie ein permanenter PR-Krieg Politik und Medien vom Nahost-Friedensprozess ablenkt.

Diesmal also das Wasser. Israel grabe selbiges den Palästinensern ab, genauer gesagt, die jüdischen Siedlungen im besetzten Westjordanland blühten im wahrsten Sinn des Wortes, während die Palästinenser mit nicht einmal einem Viertel der Wassermenge auskommen müssten, die den Israelis zur Verfügung stünde. So steht es in einem Bericht von Amnesty International.

„Einseitig“, „ungerecht“, „lügnerisch“, so die erwartbare Reaktion Israels. Ohne die Zahlen ad hoc prüfen zu können: Wer die Region besucht, kann sich des Eindrucks nicht erwehren, dass die Stoßrichtung nicht ganz falsch ist und die Palästinenser bei der Wasserverteilung benachteiligt werden.

Der Amnesty-Bericht ist das jüngste Glied einer endlosen Kette an NGO-Papieren über Israels Besatzungsregime und jüdische Siedlungen, nicht zu reden von der Berichtswelle nach dem Gaza-Krieg. Um nicht missverstanden zu werden: Es ist richtig und wichtig, Menschenrechtsverletzungen oder gar Kriegsverbrechen und den illegalen Siedlungsbau zu dokumentieren. Der Nahost-Konflikt scheint sich aber inzwischen völlig entlang dieser Nebenfront festgebissen zu haben: Die Palästinenserführung freut sich über jeden mit Leid erkauften PR-Erfolg; Israel schießt aus seiner Wagenburg auf alles, worauf das Etikett „Bericht“ steht.

Für die Politiker beider Seiten ist das durchaus bequem. Denn so kommen sie nicht in Verlegenheit, den zugrunde liegenden Kernkonflikt anpacken zu müssen: den zweier Völker, die über dasselbe Land streiten.


helmar.dumbs@diepresse.com


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