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Faymann markiert den starken Mann

01.11.2009 | 18:46 | MARTINA SALOMON (Die Presse)

Der Kanzler provoziert die ÖVP – und riskiert bewusst Donnerwolken in der Koalition.

Der Mann scheint sich einen neuen Coach zugelegt zu haben: Werner Faymann, zu Beginn seiner Kanzlerschaft friedfertig wie ein Golden Retriever, kostet seinen (Pyrrhus-)Sieg über die ÖVP derzeit weidlich aus. Seit ihm die Genossen Applaus für die Verhinderung von Wilhelm Molterer (um den Preis eines deutlich leichtgewichtigeren Ressorts in der EU-Kommission) zollen, weiß er gar nicht mehr wohin mit seiner vielen Kraft. Die ÖVP „warnt“ er davor, Hahn nur als kleinsten gemeinsamen Nenner darzustellen (der er natürlich war), von möglichen Chancen Wolfgang Schüssels in Brüssel will er aber so was von gar nix gehört haben, und dem Nochwissenschaftsminister stellt er gönnerhaft in Aussicht, sich bei den Studentenprotesten notfalls einzuschalten. Hahn sollte das Angebot annehmen. Dann könnte Faymann ja vorschlagen, woher er Geld für die Unis nehmen will. Vielleicht durch ein Aus der Hacklerregelung? Weniger ÖBB-Subvention? Geringere AK-Umlage? Uni-Gebühren?

Molterer habe mit „Es reicht“ die Regierung gesprengt, rechtfertigt sich Faymann. Stimmt schon, aber erinnert sich noch jemand an die Handgranate, die Faymann und Gusenbauer davor in Form ihres Kniefallbriefs an den „Krone“-Herausgeber gezündet haben? In der Sicherheit, dass die ÖVP nicht so schnell wieder „Es reicht“ sagen kann, provoziert der Kanzler. Die ÖVP-Revanchefouls werden wohl nicht lange auf sich warten lassen. Genug gestritten? (Bericht: S. 3)


martina.salomon@diepresse.com

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