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Jugendkriminalität in Österreich sinkt

20.08.2008 | 05:56 |  (DiePresse.com)

Die gerichtlichen Verurteilungen von Jugendlichen zwischen 14 und 18 gehen deutlich zurück. Allerdings: Sexualdelikte und Raubüberfälle nehmen zu.

Die Kinderkriminalität in Österreich nimmt zu, bei Jugendlichen ist hingegen ein gegenläufiger Trend feststellbar: Die gerichtlichen Verurteilungen von Burschen und Mädchen im Alter von 14 bis 18 sind in den vergangenen Jahren deutlich zurückgegangen. Österreichweit wurden im Vorjahr 3.084 Jugendliche abgeurteilt. 2004 waren es noch 3.336.

Sieht man sich die aktuelle Statistik des Justizministeriums im Detail an, lassen sich allerdings bei einzelnen Deliktsgruppen "Ausreißer" ablesen: Bei Sexualdelikten und Verbrechen gegen Leib und Leben - vor allem Raubüberfälle - steigen die Verurteilungszahlen.

Während im Jahr 2002 31 Schuldsprüche wegen Vergehen gegen die sexuelle Integrität verzeichnet wurden, hat sich diese Zahl im Vorjahr mit 56 beinahe verdoppelt. Im selben Zeitraum sind auch die Verurteilungen in der Deliktsgruppe Raub angewachsen: Von 598 auf 765. Experten führen das vor allem auf das "Phänomen Handyraub" zurück - in der Bundeshauptstadt ist es fast schon Alltag, dass Jugendliche Altersgenossen gewaltsam ihre Mobiltelefone abnehmen.

Deutlicher weniger Drogen-Delikte

Einen teils deutlichen Rückgang gibt es demgegenüber bei Vermögensdelikten und Verstößen gegen das Suchtmittelgesetz, wo sich die Schuldsprüche fast halbiert haben.

Norbert Gerstberger, Obmann der Fachgruppe Jugendrichter in der Österreichischen Richtervereinigung, hat trotz sinkender Verurteilungszahlen einen Trend beobachtet, der ihm zu denken gibt: "Die unmotivierte, grobe Gewalt nimmt zu. Da entlädt sich ein Hass und ein Frust, der für die Ausführung der Straftat gar nicht mehr notwendig ist." Das habe mit den wirtschaftlichen bzw. sozialen Aspekten der Täter zu tun, meint Gerstberger: "Solche Jugendliche stammen meistens aus disfunktionalen, zerrütteten Familien."


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