WIEN. Die Zukunft der Kärntner Straße entscheidet sich auf einem kleinen Bauplatz am Wiener Stadtrand. In Auhof, auf einem staubigen Gelände der MA 28 (Straßenbau) liegt das „Versuchslabor“ für die neue Kärntner Straße, für den Stock-im-Eisen-Platz und Graben. Dort wird experimentiert, wie die Pläne des Architekten Clemens Krisch in die Praxis umgesetzt werden können.
Beispielsweise wie die Farben des Pflasters (schwarze „Schmucksteine“ und graue Platten) in der Praxis harmonieren, welches Material gewählt werden kann und wie die heftig diskutierten Leuchten, die neuen Bänke und das Pflaster als Einheit wirken. „Es ist ein Bereich wo man an einem 1:1-Modell üben kann, bevor die Bauarbeiten in der Innenstadt wirklich beginnen“, erklärte Planungsstadtrat Rudi Schicker am Donnerstag.
Rechteckige Laterne
Zu sehen war erstmals eine der umstrittenen Laternen, die von Geschäftsleuten und City-Vorsteherin Ursula Stenzel bekämpft wurden – weil sie nicht in „das historische Stadtbild passen“, wie Friedrich Jonak, Obmann der Graben-Kaufleute der „Presse“ erzählt. Seine Kritik: Die Leuchten, die auf rechteckigen Stangen montiert sind (32 cm breit) würden den Blick auf Auslagen versperren und Kunden abschrecken.
Doch an diesem Tag sind die Kaufleute zurückhaltend. Denn Schicker kündigt an, dass die umstrittenen weißen Leuchten umgestaltet werden. Der untere Teil (ein Rechteck aus Metall) soll in der Mitte durchbrochen werden, damit der Blick auf die Schaufenster frei ist. Auch an einer zweiten Front glätten sich die Wogen. „Es wird eine Einigung geben“, erklärte Schicker über den Finanzstreit mit City-Bezirksvorsteherin Ursula Stenzel (VP): „Diese Einigung wird schneller kommen als viele denken.“ Details wollten Schicker und Stenzels Vertreter, Vize-Bezirkschef Markus Figl, nicht nennen: „Wir besprechen das hinter geschlossenen Türen.“