Während in anderen Bereichen bei der Unfallstatistik Rückgänge zu verzeichnen sind, stagnieren Alkounfälle seit Jahren auf hohem Niveau. Mit 2646 Unfällen und 53 Toten erreichte man im Vorjahr mit 6,8 Prozent den höchsten Anteil an Alkounfällen am Gesamtunfallgeschehen mit Personenschaden seit zehn Jahren (1999 lag dieser Wert bei 5,8 Prozent). Am Freitag wurde eine neue Kampagne gegen Alkohol am Steuer präsentiert.
"Alle zweieinhalb Stunden wird in Österreich ein Unfall durch Alkohol ausgelöst, wo Menschen zu Schaden kommen", sagte Verkehrsministerin Doris Bures. Berücksichtigt man bei Alkounfällen die hohe Dunkelziffer (etwa jene Opfer, die nach einem tödlichen Alleinunfall keinem Bluttest mehr unterzogen werden), geht man von einem Anteil von 20 Prozent am gesamten Unfallgeschehen aus, ergänzte Othmar Thann, Direktor des Kuratoriums für Verkehrssicherheit. "Alkohol am Steuer ist eine Geißel, Alkohol tötet", betonte er.
Neue Kampagne
Mit der Kampagne unter dem Slogan "Alkohol am Steuer. Könnten Sie damit leben?" sollen Autofahrer auf mögliche Langzeit-Folgen von Alkohol am Steuer hingewiesen werden. Ein 40 Sekunden langer TV- und Kinospot sowie Hörfunkbeiträge und Anzeigen in Printmedien soll rechtzeitig zum Start der Punschsaison in der Vorweihnachtszeit die gefährdete Zielgruppe erreichen (88 Prozent der Alkolenker sind männlich, jeder vierte zwischen 18 und 24 Jahre alt). Eine zweite Periode der Kampagne startet in der Ball- und Faschingszeit. Man wolle Bewusstsein bilden, nicht "verurteilen und anklagen", sondern darstellen, was passieren kann, meinte Ministerin Bures.
Begrüßt wurde die Kampagne von den Autofahrerclubs ARBÖ und ÖAMTC. "Zweifelsohne fördern derartige Kampagnen die Akzeptanz für oftmals begleitende Sicherheitsmaßnahmen, wie zum Beispiel verstärkte Kontrollen", meinte etwa Verkehrspsychologin Marion Seidenberger vom ÖAMTC. "Dass Alkohol und Autofahren nicht zusammenpassen, muss in unsere Köpfe hinein", betonte Leo Musil, Geschäftsführer des ARBÖ.