Wien (awe). Die Dienstwaffe gehört zu den wichtigsten Ausrüstungsgegenständen eines Polizisten. Zum Einsatz kommt sie eher selten. Laut Innenministerium fielen in Österreich im gesamten Jahr 2008 bei 77 Einsätzen exakt 120 Schüsse. Bei sechs Einsätzen feuerten Beamte gezielt auf Verdächtige. Dabei wurden fünf Personen verletzt, zwei weitere starben.
Im langjährigen Vergleich bedeutet dies einen Rückgang. Vor fünf Jahren noch gaben Polizisten im Dienst 177 Schüsse ab, 1998 waren es 186. Allerdings: Mit 104 abgefeuerten Patronen 2001 war die Zahl der Dienstwaffeneinsätze auch schon einmal geringer als im Vorjahr.
Der Umgang mit der Dienstwaffe wird schon auf der Polizeischule intensiv geübt. Insgesamt umfasst die Grundausbildung 176 Stunden. Jeder Schüler gibt während dieser Zeit 1500 Schuss ab. Gelehrt wird dabei aber nicht nur gezieltes Schießen, sondern auch die richtige Einsatztaktik. Ziel ist es, so die Zahl der Waffengebräuche – etwa durch den richtigen Umgang mit Tätern – zu minimieren.
Mehr Training für Cobra & Co.
Nach der Grundausbildung müssen Polizisten die erworbenen Fähigkeiten regelmäßig am Schießstand „auffrischen“. Vom einfachen Streifenbeamten bis hin zum Kommandanten: Pro Jahr sind vier Übungen mit insgesamt knapp 300 Schuss nachzuweisen.
Deutlich intensiver mit der Waffe trainieren die Spezialeinheiten von Cobra und Wega. Zusätzlich zum Schießen auf bewegte Ziele trainieren diese auch den Umgang mit dem Sturmgewehr. So kommen jährlich 3400 Schuss zusammen (2400 davon mit der Pistole).