diepresse.com

Textversion
Home | Politik | Wirtschaft | Panorama | Kultur | Leben | Tech | Science | Sport | Bildung | Gesundheit | Rechtspanorama | Spectrum

Artikel drucken

Chronologie: Waffengebrauch der Polizei in Österreich

05.08.2009 | 18:53 |  (Die Presse)

Amokfahrer, flüchtende Einbrecher - der Schusswaffengebrauch sollte der letzter Weg sein, einen Verbrecher zu stoppen. In der Vergangenheit kam es immer wieder zu solchen Einsätzen.

17. Dezember 2008: Beamte werden wegen Ruhestörung in einen Gemeindebau in Favoriten gerufen. Im Innenhof treffen sie auf einen Mann, der die Beamten mit einem Besen attackiert. Auf der Flucht bedroht der 48-Jährige wiederholt die Polizisten mit einem Messer. Bei der Verfolgung geben diese zwölf Schüsse ab, vier gezielt. Der Mann wird getroffen und überwältigt. Getroffen werden auch mehrere Pkw und eine Hausmauer.

22. August 2008: Nach einem Überfall auf eine Billa-Filiale schießt ein Polizist in Wien-Brigittenau einen der mutmaßlichen Täter an. Mit schwerer Bauchverletzung wird er ins Krankenhaus gebracht.

8. August 2008: Ein Polizist schießt in Wetzelsdorf (Bezirk Korneuburg) auf einen flüchtigen Motorraddieb. Der 47-jährige Verdächtige wird dabei tödlich getroffen.

19. April 2008: Auf einem Parkplatz der S1 bei Schwechat kommt bei einem Schusswechsel ein als falscher Polizist getarnter Rumäne durch den Schuss eines Beamten in Zivil ums Leben. Laut Polizei ist der Flüchtende, der gemeinsam mit Komplizen mehrere Überfälle begangen haben soll, auf die Beamten losgefahren. Die Anklagebehörde kommt zu dem Schluss, dass die Schussabgabe durch die Polizisten gedeckt war, das Verfahren wird im Mai eingestellt.

11. Jänner 2004: Der 35-jährige Milchlieferant Nicolae J. wird nach einer Amokfahrt in Wien von einem Polizisten erschossen. Das Verfahren gegen den Beamten wird von der Staatsanwaltschaft eingestellt, der Unabhängige Verwaltungssenat (UVS) stellt allerdings fest, dass der Schusswaffengebrauch rechtswidrig war.

31. August 2002: Binali I. wird in der Wiener Innenstadt von einem Polizisten erschossen, als er mit zwei Mineralwasserflaschen auf die Beamten losgeht. Der 28-Jährige, der schon länger unter schizophrenen Schüben litt, hat zuvor versucht, ein Kindermodengeschäft zu überfallen. Zeugen beschreiben den Mann als „sehr verwirrt“. Auf Polizisten machte er den Eindruck, „dass er immer aggressiver wird“. Die Polizisten werden rechtskräftig freigesprochen.

14. August 2000: Im Zuge der Fahndung nach einem flüchtigen Räuber gibt ein Gendarm in Gars am Kamp Schüsse ab. Ein völlig unbeteiligter Motorradfahrer wird getroffen und stirbt. Der Beamte wird zu sechs Monaten bedingter Freiheitsstrafe plus Geldstrafe verurteilt (Ersturteil).

20. Mai 2000: Der Ungar Imre B. (35) wird im Zuge einer Drogenrazzia in Wien-Penzing irrtümlich erschossen. Er parkte vor einem Lokal, das die Exekutive für einen Suchtgift-Umschlagplatz hält. Sechs Jahre später stellt der Verwaltungsgerichtshof fest, dass die Schüsse rechtswidrig waren.

13. Mai 1995: Auf der Pack verwechseln Wiener Kripobeamte vier Weststeirer mit gesuchten Erpressern und feuern 28 Mal auf deren Autos. Dabei wird ein Mann verletzt. Wie sich später herausstellt, handelte es sich um Zivilisten, die sich auf der Heimfahrt von einer Chorprobe befanden. Die Beamten werden zu Geldstrafen verurteilt.


Home | Politik | Wirtschaft | Panorama | Kultur | Leben | Tech | Science | Sport | Bildung | Gesundheit | Rechtspanorama | Spectrum

© DiePresse.com