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Kriminelle Jugendliche haben "kein hohes Selbstwertgefühl"

06.08.2009 | 13:27 |  (DiePresse.com)

Was genau einen Jugendlichen zum Kriminellen werden lässt, kann auch Margitta Essenther, Leiterin der Justizanstalt Gerasdorf, nicht sagen. Klar ist, "sie sind nicht die selbstbewussten kleinen Helden."

Was genau einen Jugendlichen zum "Kriminellen" werden lässt - ob es die falschen Freunde oder zerrüttete Familienverhältnisse sind, kann auch Margitta Essenther, Leiterin der Justizanstalt Gerasdorf, nicht sagen. Fest steht: Kriminelle Jugendliche seien nicht "die selbstbewussten kleinen Heros. Die haben kein hohes Selbstwertgefühl." Die Jugendliche versuchen, das unter Gleichaltrigen zu bekommen. Auf der Suche nach Bestätigung wird dann auch manches Mal die Grenze zur Kriminalität überschritten.

Was den meisten schwer auf den Schultern liegt, ist zum einen der wirtschaftliche Druck. "Bestimmte Dinge haben zu wollen, aber gleichzeitig die Hoffnungslosigkeit, diese nie haben zu können" vor dem Hintergrund der Arbeitslosigkeit. Viele Häftlinge erzählen aber auch vom Leistungsdruck und der damit verbundenen Angst, mit hohem Tempo Leistung erbringen zu müssen.

Jugendkriminalität rückläufig

Steigen würde die Zahl der delinquenten Jugendlichen aber nicht. "Wir haben nie mehr Jugendliche in Haft als vor fünf oder zehn Jahren", sagt Anstaltsleiterin Essenther. Zahlen des Bundekriminalamts zufolge ist die Jugendkriminalität in Österreich sogar rückläufig. In der ersten Monaten des Jahres 2009 ist die Zahl jugendlicher Tatverdächtiger um zwölf Prozent gegenüber des Vorjahres zurückgegangen. 

Am stärksten war der Rückgang bei den Zehn- bis unter 14-Jährigen: Um 19 Prozent gab es heuer weniger Tatverdächtige in dieser Gruppe als im Vorjahr. Bei den 14- bis unter 18-Jährigen gab es um knapp elf Prozent weniger Tatverdächtige als im Vergleichszeitraum 2008. Bei den unter Zehnjährigen betrug der Rückgang 4,8 Prozent. Bemerkenswert war auch, dass der Anteil jugendlicher Täter unter 18 bei Verbrechen bei 20 Prozent lag. 2008 waren es noch beinahe 30 Prozent.

Einbruch untypischer Delikt

Einbruch zählt bei Jugendlichen laut Bundeskriminalamt eher zu den weniger typischen Delikten. An der Spitze stehen demnach Vandalismus, gefolgt von Ladendiebstählen und denen im Klassenzimmer. "Die Kids haben zum Teil sehr teure Elektronikgeräte dabei", so ein BK-Vertreter. Das schaffe einen relativ hohen Anreiz. Auch Körperverletzungen und der Handyraub sind demnach klassische Jugenddelikte. 2007 gab es 3.305 Tatverdächtige in der Gruppe der 14- bis 18-Jährigen bei Einbrüchen und 452 bei den Zehn- bis 14-Jährigen.


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