Nach den Schüssen in einem Kremser Supermarkt, bei denen ein 14-jähriger mutmaßlicher Einbrecher durch die Kugel eines Polizisten gestorben ist, nimmt Innenministerin Maria Fekter (ÖVP) die Exekutive in Schutz: "Ich stehe zu meiner Mannschaft", sagte sie in der am Donnerstag erscheinenden Ausgabe des Wochenmagazins "News". Die Polizei sei hervorragend ausgebildet.
Sie könne es nicht befürworten, den Beamten die Schusswaffen abzunehmen, sagte Fekter. "Ich wäre aber für den verstärkten Taser-Einsatz, weil er oft das gelindere Mittel ist. Man muss dafür natürlich gezielt geschult sein, das ist derzeit nur eine Sondereinheit."
Justiz ermittelt wegen fahrlässiger Tötung
Die Staatsanwaltschaft Korneuburg ermittelt seit Wochenbeginn wegen fahrlässiger Tötung unter besonders gefährlichen Verhältnissen (Strafrahmen bis drei Jahre Haft) gegen die beiden Polizeibeamten, die die Schüsse abgaben.
Eine Tatrekonstruktion soll Klarheit darüber bringen, was genau sich am vergangenen Mittwoch in den frühen Morgenstunden in der Filiale des Merkur-Marktes abgespielt hat. Die Aussagen der beiden Polizeibeamten, die dreimal geschossen hatten, und des durch ein Projektil verletzten, inzwischen 17-Jährigen, widersprechen sich. Die Rekonstruktion des Vorfalls soll in zwei bis drei Wochen stattfinden.
Begräbnis von Florian P. am Donnerstag
Für Florian P. wird am Donnerstag um 12.00 Uhr in Krems-Lerchenfeld der Totengottesdienst gehalten. Bei der Beisetzung wird es auf dem Kremser Friedhof keine Drehgenehmigung geben. Das beinhalte auch ein Fotografierverbot, sagte Magistratsdirektor Karl Hallbauer zur APA, womit man einem Wunsch der Angehörigen nachkomme. Die Familie des Jugendlichen soll in Würde Abschied nehmen können.
Für Mittwoch wurde neuerlich ein Trauermarsch angemeldet. Der Zug soll durch die Innenstadt zur Polizeiinspektion in der Rechten Kremszeile führen. Hallbauer rechnete mit maximal 100 Teilnehmern, Organisatorin Andrea Bodnar sprach von rund 100 Teilnehmern aus Krems und 500 Aktivisten aus Wien. Um 17:30 findet in Wien am Europaplatz ebenfalls eine Demonstration statt. Unter dem Motto "Kein Vergeben, kein Vergessen!" soll auch an weitere Menschen erinnert werden, die durch Polizei-Schüsse ums Leben gekommen sind.