Die beiden Polizeibeamten, gegen die im Zusammenhang mit dem im einem Kremser Supermarkt erschossenen Florian P. (14) wegen fahrlässiger Tötung unter besonders gefährlichen Verhältnissen ermittelt wird, stehen wieder im Dienst stehen. Der 17-jährige mutmaßliche Komplize des bei einem Einbruchsversuch Umgekommenen vorerst bis Ende September in U-Haft. Die (OStA) Wien hat am Freitag diese Maßnahme verteidigt und Kritik an der angeblichen Unangemessenheit der Haft zurückgewiesen.
Die Sprecherin der Oberstaatsanwaltschaft, Ilse-Maria Vrabl-Sanda, räumte ein, dass es im gegenständlichen Fall nicht ganz einfach sei, der Öffentlichkeit den Haftgrund Tatbegehungsgefahr begreiflich zu machen. An der Rechtmäßigkeit der U-Haft bestehe aber kein Zweifel: Der 17-Jährige sei kein unbeschriebenes Blatt, zudem werde gegen ihn wegen einer ganzen Einbruchsserie ermittelt. "Der Jugendliche soll in jüngster Vergangenheit insgesamt vier Einbrüche begangen haben, wozu er auch geständig ist", betonte Vrabl-Sanda.
Polizisten im Innendienst eingesetzt
Die Polizeibeamten, die von ihren Dienstwaffen Gebrauch machten, weil sie ihrer Darstellung zufolge von den Vermummten mit einer Gartenharke und einem Schraubenzieher bedroht bzw. angegriffen wurden, sind offenbar wieder dienstfähig und werden im Innendienst eingesetzt.
"Die beiden versehen vorerst keinen exekutiven Dienst und werden auch nicht in Krems eingesetzt", erklärte Anton Haumer, der Sprecher des Landespolizeikommandos Niederösterreich. An welchem Ort und in welcher Funktion, wollte der Sprecher nicht bekanntgeben: "Sie nehmen nach wie vor anlassbezogen psychologische Hilfe in Anspruch."
Auf die Frage, wie lange die Beamten an ihrem derzeitigen Arbeitsplatz verbleiben werden, meinte Haumer: "Diesbezüglich wurde kein Zeitplan festgelegt." Es gelte die Ergebnisse der Tatrekonstruktion abzuwarten, die Ende der kommenden Woche in dem Supermarkt stattfinden wird. "Ich gehe davon aus, dass die beiden Kollegen geladen und daran auch teilnehmen werden", sagte Haumer.
Tatrekonstrution wohl mit 17-Jährigem
Mit großer Wahrscheinlichkeit wird sich auch der inhaftierte 17-Jährige an der Tatrekonstruktion beteiligen, der ja behauptet, er und sein Freund hätten sich bereits auf der Flucht befunden, als die Schüsse fielen. Laut Peter Steiner, dem Leiter der Justizanstalt Krems, wäre der Jugendliche dazu gesundheitlich auf jeden Fall in der Lage.
"Das Krankenhaus hat ihn als gesund abgeschrieben. Er braucht keine Gehhilfe mehr. Er ist voll mobil." Ein Außenstehender käme nie auf die Idee, dass der junge Mann vor zwei Wochen angeschossen wurde, wenn man ihm beim Sich-Fortbewegen zusehe, so Steiner.